Burden Of Life - The Makeshift Conqueror

Review

Kollege Klaas bescheinigte BURDEN OF LIFE anlässlich ihres 2016ner Releases ”In Circles“, dass die Regensburger ihrem Meisterstück immer näher kämen. Vier Jahre später wirft das Quartett mit ”The Makeshift Conqueror” die neueste musikalische Nagelprobe zu dieser Prognose in den Ring. Beim vierten  Anlauf fällt auf, dass die Melodic-Death-Wurzeln auf kleinere Versatzstücke im großen progressiven Puzzle zusammenschrumpfen.

Direkt vorweg: Alles, was es im Folgenden zu kritteln geben sollte, fällt unter die Kategorie Motzen auf hohem Niveau. Die Produktion ist wohltemperiert und differenziert. Selten haben sich Pianoparts so harmonisch in einen Metalsong integriert.

Alle vier Jungs zeigen an ihren Instrumenten bei jeder Note ihr Können. Und auch für genügend Facettenreichtum und Spielwitz sorgen sie auf ”The Makeshift Conqueror” auf voller Länge. Jeder Durchlauf lässt das Ohr an einer anderen Stelle kleben.

BURDEN OF LIFE suchen ihr Glück jenseits von Schwedentod

Auf ihren ersten Alben klangen BURDEN OF LIFE noch wie eine frickelige Version von SOILWORK. Schon auf dem erwähnten Vorgänger schmuggelten sich immer mehr Power-Metal-Elemente in die generell progressive Ausrichtung. Auf ”The Makeshift Conqueror” setzt sich diese Entwicklung fort. Der Midtempo-Stampfer ”Pisces” – einer der stärksten Songs – kommt fast gänzlich ohne Shouts aus und setzt statt dessen auf klassische Melodielinien.

Ähnlich bärenstark treiben Songs wie ”Geistesblitz”, ”Sealing Our Fate” und vor allem ”Anthem Of The Unbeloved” voran. Besonders die hymnische Anlage des letzteren könnte so auch auf einer der letzten DEVIN TOWNSEND-Scheiben zu finden sein. Großes Kino, das die letzten Schwedentod-Gaststars geschickt in den Plot einbaut.

Gleiches gilt für die progressiveren Instrumentalparts. Wer eine Referenz für das neue Mischverhältnis braucht, der versuche, sich verspieltere MERCENARY vorzustellen.

”The Makeshift Conqueror” – ein weiterer Schritt zum eigenen Sound

Das Glas ist demnach mehr als halbvoll mit Wein. Passt also nicht mehr allzu viel Wasser rein. Und doch müssen ein paar Tropfen sein. ”Goddes Of The River” zeigt, dass einige Ecken mit noch weniger Death-Kanten ausgekommen wären und führt die Stimmungen entsprechend nicht ganz zusammen. Auch der Rauswerfer ”The Makeshift Conqueror Pt. II” ringt mit dem gleichen Problem, setzt dem aber schon wieder ein hymnenhaftes Grundmotiv entgegen.

Darüber hinaus gibt es immer noch ein paar wenige Stellen, an denen die Experimentierfreude dem Songwriting ein Stück weit im Wege steht. ”Trust My Own Heart” zeugt davon, dass der Kitschfaktor wohltuend auf ein bisschen Theatralik gestutzt wurde.

Aber Nölerei hin oder her: Vieles auf ”The Makeshift Conqueror” deutet darauf hin, dass BURDEN OF LIFE dem großen Wurf wieder einen ordentlichen Schritt näher gekommen sind. Mindestens die Hälfte der Songs beweist jetzt schon, dass die Bayern das Zeug dazu haben.

04.04.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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