
Mit „Revelations In Black“ veröffentlicht die Athener Melodic-Death-Metal-Band CAELESTIA ihr drittes Studioalbum. Die Stücke greifen historische Ereignisse, düstere Literatur und mythologische Motive auf – von der Skagerrakschlacht in „Jutland“ über Théophile Gautiers Vampir-Novelle „La Morte Amoureuse“ bis hin zu einer Hommage an MAYHEM-Sänger Per „Dead“ Ohlin im abschließenden „Dead Eternal“.
Bereits das kurze Intro „La Morte Amoureuse“ stimmt mit sanften Melodien auf die düstere Reise ein, bevor „Buried“ die Ruhe jäh beendet. Druckvolle Riffs, abwechslungsreiche Rhythmen und markante Gitarren treffen auf die tiefen, dunklen Growls von Lordwinter, die das gesamte Album prägen. Große stilistische Ausreißer gibt es beim Gesang allerdings nicht – über die komplette Spielzeit bleibt der Sänger seinem rauen Grundton treu.
Atmosphärische Höhepunkte
Zu den stärksten Momenten zählt „Jutland“. Der atmosphärische Einstieg mit seiner eingängigen Melodie sorgt zunächst für einen ruhigen Kontrast, ehe der Song im weiteren Verlauf deutlich an Fahrt aufnimmt und an Intensität gewinnt.
Auch „Wolves“ überzeugt mit seinem direkten Einstieg und einer markanten Hook, die sich deutlich besser im Gedächtnis festsetzt als viele andere Passagen des Albums.
Besonders gelungen beginnt auch „The Slopes Of Tenmokuzan“. Akustische Gitarren schaffen eine dichte Atmosphäre, bevor der Track abrupt in kompromisslose Härte umschlägt, wobei der Bruch etwas unvermittelt wirkt. Zwar sorgen zahlreiche Tempo- und Strukturwechsel für Abwechslung, gleichzeitig verliert das Stück dadurch etwas an Klarheit und Eingängigkeit. Erst gegen Ende finden melodischere Passagen wieder stärker zusammen.
Das bedrohlich wirkende Interlude „Five Unicorns And A Pearl“ schlägt stimmungsvoll die Brücke zum Titelstück „Revelations In Black“, das erneut mit Tempo- und Dynamikwechseln arbeitet. Eingängige Gitarrenmomente blitzen immer wieder auf, stehen jedoch einer komplexen Songstruktur gegenüber.
CAELESTIA bieten viel Abwechslung, aber wenig Wiedererkennungswert
„Reflection Of The Beast“ gehört zu den eingängigsten Titeln des Albums. Der treibende Einstieg, die markanten Gitarren und die geradlinigere Struktur sorgen dafür, dass sich das Stück von den übrigen abhebt. Den Schlusspunkt setzt „Dead Eternal“, das noch einmal sämtliche Reserven mobilisiert und das Album mit maximaler Härte und hohem Tempo beendet.
CAELESTIA verbinden gekonnt melodischen Death Metal mit Black-Metal-Einflüssen, atmosphärischen Zwischenspielen und einer modernen, druckvollen Produktion. Gleichzeitig wirken die Songs durch die konstant ähnliche Gesangsfarbe und trotz der häufigen Strukturwechsel erstaunlich homogen. Herausragende Einzelstücke bleiben zunächst rar – vielmehr sind es einzelne starke Momente und Gitarrenmelodien, die im Gedächtnis bleiben.
Wer bereit ist, sich intensiver mit „Revelations In Black“ auseinanderzusetzen, entdeckt ein technisch starkes und atmosphärisch dichtes Album, das seine Qualitäten allerdings erst nach mehreren Durchläufen vollständig offenbart.
(Sophie Müller)

metal.de Redaktion 


















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