- Call Of Peace

Review

Dat Marleen hät dicke Brüstche
Dat Marleen hät tolle Been
Doch wenn ich em ens dran föhle
Dann sät et immer nein …

Sorry, muss ich jetzt nach Karneval (oder Fastelovend) dran denken, wenn ich die vier Herren von ATA D’ARC in der Bandinfo sehe und die tatsächlich leicht an so manchen Flamenco-Sänger erinnernde Stimme des Fronters vernehme. Denn obiges „Beinah Beinah (hätt ich se jebütz)“ ist ja nichts anderes als die kölsche Verballhornung der PAVEIER von der ollen „Baila me“ Kamelle der GIPSY KINGS.

Aber ruhig Blut… „Call Of Peace“ macht hier auch keinen auf „Bamboleo“… die vier Jungs aus Brasilien sind eher am Power Metal interessiert als an Salsa … auch wenn man ihnen den südländisch-exotischen Flair nicht absprechen kann.

Das kommt einmal durch die Indio-Flöten, die hin und wieder Verwendung finden, das andere Mal eben durch die in den Höhenlagen heisere flamencoartige Stimme des Sängers, die gewiss Geschmackssache ist, fehlen eben nur die Kastagnetten!

Und schmusen tun die vier bestimmt auch gerne. Also würde oben stehender PAVEIER Text eigentlich doch gar nicht so verkehrt sein. Tja, die Kerls müssten nur eben mal an die Telefonnummer vom Marleen kommen. Im Ernst… was hier zu großen Teilen geliefert wird, ist Kuschelmetal … entspannte, warme Bassläufe, dazu das weiche Flötenspiel und das dahinsäuselnde Akustikgeklampfe… hat schon was von Ambient Mucke das Ganze.
Doch kommen auch immer wieder galoppierende Passagen mit höherer Schlagzahl und gesteigerter Härte daher, wobei aber auch hier Melodie groß geschrieben wird.

Zudem orientieren sich die Klampfen und die Keys auch über weite Strecken an … nun nennen wir es mal symphonischen RONDO VENEZIANO Metal. Das Händchen für eingängige Melodien kann man den Herrschaften dabei sicher nicht absprechen, so hat der Opener „The Call Of Peace“ schöne Hooklines und „Strees Of Darkness“ nen mächtigen Chorus, aber leider driftet man leider auch schon mal etwas sehr weit ab und hat schlichtweg Fahrstuhlmucke auf Platte gebannt. Gerade wenn die Band die Old School Metal Gerüste eben mit den südamerikanischen Zutaten aufzupeppen versucht, werden die Songs schnell überfrachtet oder aber im schlimmsten Fall langweilig. So erweist sich beispielsweise „Shadows“ durch die Absenkung des Metallgehaltes und das unmotiviert anmutende Geklimper in der Songmitte leider als recht belanglos.
Technisch ist hier aber alles im grünen Bereich, auch wenn der eigentlich sehr nett anzuhörende Bass stellenweise ebenso wie das Schlagzeug ein wenig untergeht.

Würde die Band ihre beileibe nicht schlechten Songideen etwas komprimieren, überschüssige Arrangements (wie allzu viel Flötengetriller!) über Bord werfen und energischer zuwerke gehen, wäre sie in der Lage ein richtig starkes Album abzuliefern. So ist die Sache leider etwas zu durchwachsen, um sich weit über den Durchschnitt zu erheben.

Doch für einen Einstand schon recht viel versprechend… halten wir da mal ein Auge drauf… oder was sagst Du, Marleen, hähä!?

09.03.2006

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