Cerekloth - In The Midst Of Life We Are In Death

Review

Unkonventionalität im weitläufigen Sektor des Death Metal ist heutzutage zu keiner Zeit grundsätzlich verkehrt. Wo schwedischer Todesmetall und urige Old-School-Varianten derzeit ihre oftmals immergleiche Renaissance erfahren, machen Blicke in andere Richtungen sehr oft Laune auf mehr. Eine solche Band hängte mit EXMORTEM bereits vor drei Jahren ihre musikalischen Schuhe an den Nagel. Die Dänen hatten mit ihrer doomig anmutenden Zähigkeit und ihrer schwerfälligen Dunkel-Atmosphäre ein merkliche Besonderheit für sich, beendeten ihre Karriere aber leider nach dem starken “Funeral Phantoms“. Wer die Nordeuropäer mochte, braucht nun geographisch gar nicht viel weiter umherirren, sondern bleibt am besten bei deren Landsmännern CEREKLOTH.

Hinter den fünf Musikern steckt hingegen kein unerfahrenes Jungblut, sondern viel mehr eine handvoll routinierte Akteure aus Bands wie CHURCH BIZARRE, VICTIMIZER, THE CLEANSING oder STRYCHNOS, die gerade ihre kompositorische Abgeklärtheit doch deutlich spürbar machen. Ob nun “In The Midst Of Life We Are In Death“ über die Bürde der Midlife-Crisis klagen will, bleibt zunächst ungeklärt, doch sowohl instrumental als auch atmosphärisch kriselt es auf dem Debütwerk der Jungs keineswegs. Lange lässt sich die Truppe mit schleppenden Todeswänden Zeit, bis Sänger JBP fies ins Mikrophon raunt und den Song mit teerigen Knochenfingern langsam nach vorne kriecht.

Tolle Leads halten den Spannungsbogen stets aufrecht und atmosphärisch dominiert die bedächtig hervorzuckende Todeshand, die sich teilweise bis in tiefe Doom-Gefilde hinab begründet. Dennoch ist “In The Midst Of Life We Are In Death“ keineswegs monoton, arbeitet ganz im Gegensatz mit vielerlei Abwechslung. So drängt “Within The Hollow Crown“ nachfolgend in etwas schnellere Passagen, die für andere Death-Metal-Kapellen vermutlich den Tritt auf die Bremse markieren würden, und “Halo Of Syringes“ überzeugt sogar mit einem schwarzmetallischen Touch und eisiger Aura. Wie eine sich langsam hervorschiebende Gletscherwand.

In klassisch verpackter Soundhülle befinden sich auf dem Erstling der Band CEREKLOTH sieben durchweg ausgeklügelte Songs, die trotz abwechslungsreicher Strukturen aus einem Guss daherkommen. Death Metal mit Doom-Charakter, verkleidet mit einem düsteren Mantel. Absolut überzeugend.

09.04.2013

Der metal.de Serviervorschlag

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