Coerced Into Battle - Enemy Mine

Review

Es gibt solche Tage, da scheint sich die ganze Welt gegen einen verschworen zu haben. Sei es die Arbeit, die keinen Spaß mehr macht, das Auto, das liegen bleibt oder die Freundin, die einen verlässt. Oder alles zusammen. Musikalisch kann man dem Ganzen auf zwei Arten begegnen: Entweder schließt man sich ein und hört die aktuelle Scheibe von STAIND (dann sollten allerdings keine scharfen Gegenstände offen herumliegen) oder man schließt sich ein und lässt sich die Trommelfelle von der Metal-Band des Vertrauens verdreschen. Für letztere Aufgabe empfehlen sich COERCED INTO BATTLE aus Kalifornien mit ihrem Debüt-Album „Enemy Mine“. In einem Interview mit den Kollegen von REVOLUTION-MUSIC.DK hat Front-Sänger und Gitarrist Chris White den Stil seiner Band treffend beschrieben: „Wenn Thrash und Hardcore ein uneheliches Kind hätten, dass sie nicht lieben, und wenn das Kind von Death Metal adoptiert würde… dann bist du nah dran.“

Dieser adoptierte Bastard springt dem Hörer gleich mit dem ersten Track „Erase The Mind“ an die Kehle. Chris White brüllt sich die Seele aus dem Leib und wird dabei von einem fetten Riff-Gewitter und einem aufpeitschenden Schlagzeugspiel unterstützt. Nach dem Prügel-Einstieg spielen COERCED INTO BATTLE einen sehr groovenden Part und gegen Ende wird die Brachialität kurz zurückgenommen, nur um dann mit Urgewalt wieder über den Hörer hereinzubrechen. Wer Hassbrocken der Marke CATARACT mag, wird sich ein wohliges Grinsen nicht verkneifen können. Der amtliche Nackenbrecher „Constructing A Demon“ streicht die Metalcore-Einflüsse der Band heraus. Deutlich wird in diesem Song das sehr variable Schlagzeugspiel von Thaddeus Coleman. Egal ob Doublebass-Attacken, interessante Drumfills oder Blastbeats: Der Kerl spielt, als ob es um sein Leben gehen würde. Zwei Instrumentals lassen zwischendurch mal etwas Zeit zum Luftholen, ansonsten gibt es aber dick auf die Fresse. Mit dem Stampfer „As The Light Fades“ hat die Band einen Song an das Album-Ende gepackt, der Live bestimmt ordentlich abgeht. Der langsame Anfang täuscht etwas, denn der Hörer wird mit präzisen Doublebass-Attacken ordentlich auseinander genommen, wenn ihn White nicht gerade mit Stakkato-Gesang auspeitscht. Nach etwas mehr als einer halben Stunde ist das Gewitter vorbei und der Bastard trollt sich wieder in seinen Käfig.

Auf Klargesang oder einprägsame Melodienbögen verzichten COERCED INTO BATTLE komplett. „Cursed With Love“ klingt zwar etwas nach AS I LAY DYING, kommt trotz der Metalcore-Elemente aber völlig ohne schnulzige Melodien aus. Obwohl sich die Band so scheinbar selbst einschränkt, sind die Lieder ziemlich abwechslungsreich. Die Nackenbrecher-Parts werden sinnvoll von Gitarren-Riffs eingeleitet und auch die Rhythmus-Übergänge wirken gelungen. Das ist umso erstaunlicher, als die Songs eigentlich aus Versatzstücken entstanden sind, die sich die Jungs per Mail zugeschickt haben.

Sicher, originell ist das ganze nicht. Aber, fuck, Spaß macht das Album auf jeden Fall. Wer sich die Wartezeit auf ein neues CATARACT-Album versüßen möchte, sollte den drei Amis ruhig eine Chance geben.

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07.11.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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