Cretin - Freakery

Review

Nanu, was ist denn das? So ganz will ich meinen Ohren nicht trauen ob der bekannten Klänge, die da mein Trommelfell massieren. Warum zum Deibel kommt mir das, was uns das Ami-Trio CRETIN hier in 16 wohldosierten Dampfhammern vor den Latz knallt, so vertraut vor? Richtig: Es gibt da eine dieser Legenden, die zu den Gründervätern einer der extremsten Spielarten des Metal gehören, deren Fans dem Mythos zur Geburt verhalfen, dass man nur das erste Album einer Grindcore-Band vergöttern könne (weil oftmals kein zweites auf das Debüt folgte…). Die Rede ist von REPULSION, die sich dereinst mit „Horrified“ in den Grindcore-Olymp spielten.

Und jetzt haben wir da diese Band aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die zwar schon 1992 gegründet wurde, aber aufgrund diverser personeller Probleme jahrelang auf Eis lag. Vor ein paar Jahren allerdings waren sie wieder vereint, Col Jones, Dan Martinez und Matt Widener, der vorher bei EXHUMED gezockt hat.
Was soll ich sagen, Leute? CRETIN sind die REPULSION des 21. Jahrhunderts, natürlich mit einigen Unterschieden: Die Songs knallen noch mehr, was vor allem am modernen Soundgewand liegt (soll heißen: bessere Aufnahme- und Mastertechnik). CRETIN sind auch meistens deutlich schneller als ihre Väter im Geiste, die Gitarren sägen sich wie Leatherface‘ Kettenmonstrum durch den gesamten Vorort, der Bass brodelt und wummert wie frisch gespuckte Lava aus dem Ätna, die Drums zerballern als Transrapid auf Crashkurs alles, was ihnen im Weg steht. Dazu der Sänger, der wie ein kranker Elch röhrt, weil er offensichtlich seine Kehle täglich mit Glassplittern spühlt. Grindcore, wie er im alten Schulbuch steht!

Was die Songs betrifft, machen CRETIN keine Gefangene, zerhackstückeln in einer halben Stunde eine ganze Kleinstadt, und von ferne schauen die alten Recken von REPULSION und nicken bedächtig: Wie die Väter, so die Söhne. Womit wir beim einzigen Manko dieser Abrißbirne wären, denn auf der Haben-Seite können CRETIN in punkto Innovation nix, null, nada verbuchen. Das bedeutet auf der einen Seite nicht besonders viel Eigenständigkeit, aber andererseits eine gelungene Adaption des REPULSION-Sounds, die den Urvätern in nichts nachsteht, und ihnen den verdienten Tribut zollt. Somit haben wir 17 Jahre nach dem Debüt kein neues REPULSION-Album in den Händen, aber eine Band, die diesen einmaligen Sound in die Zukunft trägt.
„Sie könnten ins Extreme gehen, um den Sound dieser Ära zu genießen… oder sie kaufen sich das neue Album von CRETIN.“

06.11.2006

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1 Kommentar zu Cretin - Freakery

  1. Anonymous sagt:

    Unglaublich, diese Band klingt fast mehr nach REPULSION als diese selbst. Mit etwas kräftigerem Sound (der trotzdem fast gleich klingt wie auf "REPULSIONs "Horrified", nur etwas neuer und besser halt) und qualitativ fast gleichwertigen Songs wissen CRETIN zu überzeugen. Grindcore-Liebnasen sollten um diese Scheibe eigentlich nicht herumkommen. Antesten ist Pflicht!

    8/10