Crimfall - The Writ Of Sword

Review

Episch – eine Eigenschaft, die mit von CRIMFALLs Debütalbum noch in guter Erinnerung geblieben ist. „As The Path Unfolds…“ erschien vor zwei Jahren, und schon damals war die Musik der Finnen so ausgereift, dass es einigermaßen verwunderlich war, wie eine so junge Formation das so gut hinbekommen hat. Denn obwohl einzelne Einflüsse durchaus hörbar waren (in Form von NIGHTWISH beim weiblichen Gesang, in Form von MOONSORROW und TURISAS bei der Musik), eine bloße Kopie von irgendetwas war die Musik keinesfalls. Allerdings haben CRIMFALL damals schon Unterstützung von Henri Sorvali (FINNTROLL, MOONSORROW) bekommen, was den professionellen Ansatz erklärt.

Jetzt also Album Nummer zwei, und damit einhergehend ein neues Label (Spinefarm statt Napalm Records) und einige Modifikationen im Line-Up. Doch von Veränderung keine Spur: Nach dem langsam anschwellenden Intro „Dicembré“ hauen die Finnen mit „Storm Before The Calm“ (welch passender Titel) einen Opener aus dem Ärmel, der alle Vorzüge der Band vereint: Ein krachendes Metalfundament, orchestrale Elemente, dazu mehrstimmiger Gesang, der die Tonlagen „giftig-fauchend“ und „elfenhaft-melodiös“ umfasst. Bei „Frost Upon Their Graves“ beginnen CRIMFALL zudem reichlich folkig, flechten wie schon beim Debüt joikartigen Gesang mit ein und streifen MOONSORROWsche Epik und Eingängigkeit im Stil von NIGHTWISH, ohne ins Kitschige abzudriften.

Danach nehmen die Finnen allerdings den aufgebauten Fluss aus dem Album: „Cáhceravga“ ist ein Breitwand-Interludium, das eher stört als Bilder erzeugt – zumindest an dieser Stelle. Denn das folgende „Shackles Of The Moirai“ ist einerseits selbst zerhackstückt, andererseits aus sich heraus nicht zwingend genug. Beim getragenen Titeltrack finden die Finnen allerdings zurück in die Spur, nur um beim anschließenden „Geaðgái“ wieder den Fluss zu unterbrechen. Nach dem monumentalen und teilweise wunderschönen „Silver And Bones“ hauen CRIMFALL mit „Son Of North“ letztlich noch einen überzeugenden Rauschmeißer hinterher.

Insgesamt ist „The Writ Of Sword“ also ein nicht unstimmiges Album geworden, das bei mir allerdings nicht mehr als allgemeine Bilder von Heldenepen und Schlachtenszenerien erzeugt: Die vorliegende Promo gibt leider keinen Aufschluss über die hinter dem Album stehende Geschichte, und aus der Musik selbst erschließt sich mir die Story nicht. Das ist allerdings bei solcher auf Breitwand-Epik ausgelegter Musik ein deutlicher Mangel. Nicht, dass die einzelnen Songs an sich nicht schön oder teilweise sogar richtig stark wären – nur wirkt das Album durch die oben genannten Punkte wesentlich kürzer als die Dreiviertelstunde, die mir mein CD-Player anzeigt – oder um beim Film zu bleiben: wie ein Breitwand-Schinken, bei dem einige wesentliche oder erklärende Szenen einfach rausgeschnitten wurden. Somit ist „The Writ Of Sword“ in der Gesamtsicht leider nicht ganz so überzeugend wie die Summe der einzelnen Teile.

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05.04.2011

- Dreaming in Red -

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