Cypecore - Take The Consequence

Review

Galerie mit 14 Bildern: Cypecore auf dem Summer Breeze Open Air 2017

Endzeitstimmung. Der Mensch hat es geschafft, angetrieben von Arroganz und Habgier, einen kleinen blauen Planeten zu zerstören, den er, verglichen mit dem Alter des symbiotischen Systems, gerade erst ein paar Sekunden besiedelt hat – „Take The Consquence“ hat die aus Heidelberg/Sinsheim stammende Band CYPECORE ihr mittlerweile zweites Album genannt und hält uns genau diese Zukunftsvision vor Augen, wenn der Mensch nicht endlich beginnt, sich zu besinnen.

Mit kalten, steril-maschinellen Klängen jagen CYPECORE den ein oder anderen Schauer über den Rücken und können in Punkto Atmosphäre punkten, als Mensch fühle ich mich beim Hören allerdings zunehmend unbehaglich, und das überhaupt nicht in Bezug zur Thematik – DEADLOCK und FEAR FACTORY, um nur zwei Referenznamen zu nennen, die sich mit ähnlichen Visionen beschäftigen und in etwa in die selbe Kerbe schlagen wie CYPECORE, gleichzeitig aber neben Gesellschaftskritik eine enorme musikalische Anziehungskraft vermitteln, die seinesgleichen sucht -, sondern aufgrund der immer gleich klingenden Songs. Zorn gibt es zu spüren, aber der Mensch besteht nicht aus Zorn allein. Menschliche Wärme, ein Arsenal von Emotionen – genau soetwas vermisse ich auf „Take The Consequence“. Dieser Aspekt sorgt letztendlich dafür, dass das Album nicht richtig in Schwung kommt. Ist man beim Intro noch hochgespannt, wie sich der Verlauf des Albums entwickeln wird, kann der Opener („Values Of Life“) das Verlangen nach mehr durch gefühlte Aggression und elektronischen Spielereien im letzten Drittel des Songs sogar noch steigern. Danach allerdings entgleitet CYPECORE nach und nach das Gespür für Spannung. Lediglich zwei Tracks („Plague“, „Sick Sad Little World“) gelingt es anhand von geschickt eingesetzten Breaks und Tempowechseln ein gewisses Aha-Gefühl zu entlocken. Und auch der Country-Einspieler nach dem Outro entlockt ein Lächeln, fernab der Thematik einer hirngefickten Gesellschaft und ihrer suizidösen Tendenz.

An ihren Instrumenten versiert, und auch die Vocals von Attila Erdéliy sind hervorzuheben, lassen CYPECORE nichts anbrennen und können mit einer druckvollen, sauberen Produktion überzeugen. Musikalisch hingegen habe ich etwas mehr Abwechslung erwartet. Zwei oder drei Songs mit Hitcharakter hätten „Take The Consequence“ auch gut gestanden. Letztendlich fehlt dem dargebotenen Material nur noch so etwas wie „Seele“, um weitere Punkte springen zu lassen und in Ekstase zu verfallen. Gut, aber „Take The Consequence“ hätte noch viel besser sein können!

11.12.2010

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