Dark Funeral - A Beast To Praise - Live

Review

DARK FUNERAL veröffentlichen mit „A Beast To Praise“ ihr zweites Live-Album der Bandgeschichte. 22 Jahre nach der ersten Konzertaufnahme und diverse Besetzungswechsel später kann man das durchaus mal machen. Denn vom damaligen Lineup sind heuer schließlich nur noch Mastermind Lord Ahriman sowie Langzeit-Gitarrist Chaq Mol übrig und zudem hat sich in der Zwischenzeit ja auch ein wenig neues Material angesammelt.

DARK FUNERAL starten ihre zweite Live-Attacke

Naturgemäß liegt der Schwerpunkt der Setlist des 2022 im heimischen Stockholm aufgezeichneten Gigs auf den beiden mit dem aktuellen Shouter Heljarmadr aufgenommenen Alben „Where Shadows Forever Reign“ und „We Are The Apocalypse“. Dass die Bandphase mit Emperor Magus Caligula am Mikro also im Vergleich ein wenig stiefmütterlich behandelt wird, verwundert kaum. Dass DARK FUNERAL aber selbst vom Bandklassiker „The Secrets Of The Black Arts“ nur der Titeltrack spielen, überrascht dann schon etwas.

Geschenkt, die letzten beiden Scheiben sind ja keineswegs schlecht und zählen ganz im Gegenteil sogar zu den stärkeren Veröffentlichungen von DARK FUNERAL. An schwarzmetallischem Hitmaterial mangelt es also nicht. Doch wie schneidet „A Beast To Praise“ denn sonst im Vergleich mit dem ersten Live-Output „De Profundis Clamavi Ad Te Domine“ ab?

Nun, zum einen versprüht Heljarmadr etwas andere Vibes als sein Vorgänger und gibt sich insgesamt deutlich kommunikativer und zum anderen sind DARK FUNERAL in den vergangenen 22 Jahren natürlich routinierter geworden. Das hört man „A Beast To Praise“ auch an. Denn wo „De Profundis…“ noch recht entfesseltes, für DARK FUNERAL-Verhältnisse rohes Geballer bot, klingt die neue Scheibe viel perfekter und wuchtiger, dadurch an manchen Stellen aber vielleicht auch etwas zu glatt, um dasselbe Live-Feeling zu vermitteln.

Eine gelungene Werkschau mit Schwerpunkt auf neuerem Material

Nun waren DARK FUNERAL aber auch nie für Raw Black Metal bekannt und mussten sich von der Szene-Polizei in der Vergangenheit schon öfter den Vorwurf gefallen lassen, dass ihr Sound zu poliert und durchproduziert ist. Fans werden darauf pfeifen können, denn in der Summe bietet „A Beast To Praise“ nichtsdestotrotz eine gelungene Werkschau einer gut aufgelegten Band im üppigen Soundgewand, die sich auch für Neulinge als guter Einstiegspunkt ins Schaffen der teuflischen Schweden eignet. Grade die älteren Stücke in der Version mit Heljarmadr sind dabei besonders interessant.

Warum man das Ganze allerdings nicht direkt als Live-DVD aufgemacht hat, ist mir unverständlich. Grade Black Metal hat ja eine nicht zu unterschätzende visuelle Komponente und DARK FUNERAL fahren dahingehend in der Regel gut auf. Bildmaterial wurde ja offenkundig auch mitgeschnitten, wie die bereits veröffentlichten Videos zeigen. „A Beast To Praise“ also nur im Tonträger-Format zu veröffentlichen, scheint wie eine verpasste Chance. Aber wer weiß, kommt vielleicht noch.

20.08.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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