Dawn Of Tears - Dark Chamber Litanies

Review

Wie wir alle wissen, ist das Internet schlecht, böse und macht alles kaputt. Der technische Satan sozusagen. Und während alle anderen zugrunde gehen, macht sich eine kleine spanische Band die Digitalisierung der Musik zunutze und stellt sowohl ihr Debütalbum als auch die mir vorliegende aktuelle EP für umme ins Netz der Netze. Und was rollt da nur für eine Walze von der Iberischen Halbinsel heran! DAWN OF TEARS gingen bislang eher geräuschlos an mir vorbei, aber dies dürfte sich mit „Dark Chamber Litanies“ grundlegend ändern.

Sieht das Coverartwork noch nach einer Gotenkapelle aus, lassen die ersten leisen Takte des Openers „Cadent Beating“ noch Spielraum für alle möglichen Stilrichtungen, aber dann bricht der Sturm herein, es geht sofort voll auf die Glocke, die Double Bass läuft Amok und nein – es ist kein Power Metal! DAWN OF TEARS irgendwo einzuordnen, fällt schwer, aber zumindest „Cadent Beating“ klingt sehr nach melodischem Black Metal der Cradle/Dimmu-Marke, ohne sich aber an deren übertriebenem Pathos zu bedienen, auch wenn ein gewisser Symphonic-Einschlag nicht zu leugnen ist. Doch was die Sache so geil macht, ist die Kombination aus wildem Metal und dem absolut begnadeten Gitarrenspiel. Was für Licks, was für Leads, welch grandiose Soli – das Gitarrenduo Pérez/Trebol besorgt es dir richtig! Ihr Spiel orientiert sich deutlich am klassischen Heavy Metal, wie ihn spanische Bands irgendwie sowieso im Blut haben, nur dass das alles auf schwindelerregendem Niveau abläuft und total süchtig macht. „Since They’re Gone“ ist nach dem furiosen Beginn etwas gedrosselter und überrascht mit seiner melodischen Death-Metal-Ausrichtung. Hier klingen plötzlich nicht nur die Vocals leicht nach IN FLAMES & Co., auch der catchy Refrain könnte Made in Sweden sein und passenderweise schlagen auch die Gitarren sehr melodische Töne an. „Winds Of Despair“ räumt dann aber wieder im Laden auf, die Double Bass wird mit voller Wucht durchgetreten und der zumindest zum Teil mit cleanen Vocals angereicherte Track wird von einem epischen, halb melancholischen, absolut erhabenen Refrain gekrönt. „As My Autumn Withers“ könnten Spötter dann als sowas wie die Ballade der Band bezeichnen, dabei ist der Song einfach nur straight gehalten, extrem melodisch und erneut sehr melancholisch und erhaben. Den Schlusspunkt setzt man mit „Mr. Jarrod“, das wieder heftig los fegt und mit Gitarren verzückt, die einfach nur genial abgehen und keine Fragen offen lassen, was für ein Potential in dieser Truppe steckt.

Leute, ich kann euch nur empfehlen auf die oben angegebene Bandhomepage zu gehen und euch dieses Teil runterzuladen. Wer Bands wie CRADLE/DIMMU, CHILDREN OF BODOM und IN FLAMES zu seinen Faves zählt und auf richtig knackige Gitarren steht, wird DAWN OF TEARS lieben.

03.06.2009

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10 Kommentare zu Dawn Of Tears - Dark Chamber Litanies

  1. stendahl sagt:

    9 Punkte für solches Reißbrett- Plastik??? Opko hat wohl ein Guiness zuwenig genommen? Ein müder Abklatsch auf COB, SKYFIRE, DIMMU und 1200 andere Bands. Dagegen ist sogar die letzte NORTHER Weltklasse.

    3/10
  2. pr0phecy sagt:

    Jawohl, 9 Punkte. Und jeder davon ist wohl verdient! Der Autor hat ganz recht.
    Sowas gutes habe ich schon lange nicht mehr gehört und dann noch für lau!
    Plastik? Ich bitte Sie! Man hört die Echtheit der Emotionen!
    Eine verdammt gute Platte. Einfach downloaden und anhören!

    9/10
  3. stendahl sagt:

    Prophecy, du willst mich auf den Arm nehmen… DIR glaube ich das einfach nicht. Leute, holt euch SKYFIRE, die erste THRONE OF CHAOS, BODOM, NORTHER, FAERGHAIL und dann reicht das Zuckergeklimper aber auch.

    5/10
  4. h3li05exe sagt:

    Dieses Album tritt Ärsche, ganz ehrlich. Bloß weil es nicht trve ist, oder was auch immer – ich würde es ja nichtmal als Black Metal bezeichnen. Aber die Melodien sind einfach extrem ausgefeilt und doch gleichzeitig catchy, die Atmosphäre ist so dicht, man könnte sie in Scheiben schneiden.

    Unbedingte Kaufempfehlung.

    10/10
  5. raisehell sagt:

    Wird wohl nicht das letzte Mal sein, dass man von dieser Band hört…

    8/10
  6. h.-p. sagt:

    Für eine Eigenproduktion echt stark. Ein Haufen Arbeit.
    Cool das die Band ihre Alben zum Download anbietet.
    Hoffen wir mal das sich ihr Bekanntheitsgrad steigert und wir noch mehr solcher Perlen zu hören bekommen.

    9/10
  7. tuttle sagt:

    Echt ein starkes Ding sowas! Klasse Gesang und gute Atmosphäre. Besser als so manche Bezahlband; hab ja letztens Fiction von DT gehört, ist längst nicht so gut.

    9/10
  8. Anonymous sagt:

    DT, sicher… "Fiction" schwächer, klar… Was für ein Unsinn. Kein Wunder dass du nie Karriere in der A-Elf gemacht hast; die vierte Streetteamliga reicht für DoT ebenso wie für dich, Stefan Reuter.

    5/10
  9. tuttle sagt:

    Gestern war ich wieder voll begeistert! Wenn die wüssten, wie gut sie sind – die bereuen doch jetzt schon, dass sie das einfach so verschenkt haben. Das Ding gehört in die Album-Charts, und zwar oben unter die ersten 30.

    9/10
  10. Anonymous sagt:

    Ich find die Scheibe auch echt klasse. Und "N" von Norther is dagegen schrott! Die einzigen die in dem Berreich noch mithalten können sind Kalmah (wobei mehr MDM) oder Skyfire.

    9/10