Dead Eyed Sleeper - Observing Oblivion

Review

Für ihr letztes Album „Through Forests Of Nonentities“ erhielt diese Band vor zwei Jahren ausnahmslos positive Resonanz. Wenig überraschend, schließlich war es den Burschen aus dem Odenwald gelungen ihren schon zu Debützeiten amtlich dargebotenen „Complex Death Metal“ ordentlich weiterzuentwickeln und ein Album damit auszustaffieren, dass weit mehr als nur eine Talentprobe darstellte.

Mit „Observing Oblivion“ liegt nun ein weiteres Werk des Fünfers vor, das sich gleich auf den ersten Eindruck hin als direkter Nachfolger entpuppt, hat sich die Band doch dazu entschieden, ein stilistisch, wie farblich sehr ähnliches, erneut ungemein geschmackvolles Artwork gestalten zu lassen.

Aber auch musikalisch hat das schwerbeschäftigte Quintett – Sänger Sam Anetzberger ist auch bei FRAGMENTS OF UNBECOMING aktiv, die beiden Gitarristen Stephan Wandernoth und Peter Eifflaender gehören zum Line-Up von AHAB, ebenso Drummer Corny Althammer, der auch noch bei DISBELIEF die Felle verdrischt – die aktuelle Scheibe als direkten Nachfolger konzipiert und knüpft lyrisch unmittelbar an „Through Forests Of Nonentities“ an.

Allerdings muss man den Burschen attestieren, es erst gar nicht versucht zu haben, sich ausschließlich an den gefeierten technischen Finessen des Vorgängers aufzuhängen und diese lediglich noch ein wenig facettenreicher zu gestalten, also kurz gesagt auf „Nummer Sicher“ zu gehen. Im Gegenteil, ihr aktueller Dreher erweckt phasenweise gar den Eindruck, als wäre es des technischen Anspruches nun genug und man wäre viel eher darauf bedacht gewesen, die Songs als kompakte Brocken zur Wirkung kommen zu lassen.

Schon auf den ersten Eindruck hin kommt „Observing Oblivion“ in Summe mit deutlich mehr Wucht, aber auch mit mehr Groove aus den Boxen geballert. Nicht zuletzt dadurch zeigt sich das Quintett nunmehr auch wesentlich direkter, allerdings auch mit weniger Anspruch auf eine hochtechnische Gangart, die offenbar gar nicht notwendig gewesen ist, um das Konzept umzusetzen.

Dabei ist es allerdings keineswegs so, dass DEAD EYED SLEEPER den technischen Aspekt völlig außer Acht gelassen hätten, sondern eher, dass jene Anteile, die nunmehr nur noch in geringerer Anzahl vorhanden sind, deutlich besser akzentuiert in Szene gesetzt werden konnten. Das ist jedoch relativ zu sehen, denn im Vergleich zu anderen Bands gibt es bei DEAD EYED SLEEPER immer noch jede Menge Pasagen zum Staunen und speziell das fein strukturierte Riffing lässt immer noch klar und deutlich erkennen, auf welchem hohem technischen Niveau hier agiert wird.

Durch die immense Gewalt mit der das Quintett hier zu Werke geht, wirken die Tracks im direkten Vergleich zu ihren ersten Scheiben in erster Linie also kompakter, darüber hinaus aber auch deutlich brutaler. Für mein Dafürhalten lassen sich nun sogar Parallelen zu den bereits erwähnten DISBELIEF herstellen, empfinde ich doch die atmosphärische Dichte von „Observing Oblivion“ durchaus mit jener von „Protected Hell“ vergleichbar.

Technik und Groove gepaart auf höchstem Niveau und dabei ungemein brachial im Abklang, so lässt sich dieses Album in ganz kurzen Worten beschreiben. DEAD EYED SLEEPER stellen damit eindrucksvoll unter Beweis, dass Weiterentwicklung – selbst bei überaus anspruchsvoller Kost – nicht zwingend mit Frickelorgien gleichzusetzen ist, denn solche finden hier definitiv nicht statt.

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06.06.2011

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