
Es sind mal wieder zwei Jahre vergangen und die Prügelbarden von DEFILED melden sich mit ihrem neunten Album „Altered State“ zu neuen Schandtaten. Eines ist immerhin schon mal besser als beim Vorgänger „Horror Beyond Horror“, denn nach der ersten Handvoll Songs, derer die Japaner einmal mehr ganze vierzehn zusammengepackt haben, hat man das Gefühl, dass die Notenansammlung des Quartetts diesmal etwas mehr Sinn machen könnte. Jedenfalls dauert es länger, bis das Extrem-Stakkato so enervierend wird, dass man einfach nicht mehr folgen möchte.
„Altered State“ wirkt etwas aufgeräumter
Die Produktion kommt zwar erneut aus der Hand des Bandchefs Yusuke Sumita, wirkt aber, trotz ihrer humorlosen Direktheit oder gerade deswegen, relativ aufgeräumt. Ein Hörgenuss ist die Platte, die den Inhalt von George Orwells „1984“ mit dem aktuellen Tagesgeschehen verknüpft, zwar immer noch nicht, doch die handwerklichen Fähigkeiten der beiden Gitarristen Sumita & Shinichiro Hamada, der darüber hinaus noch eintönig wie eh und je bellt, kommen dadurch besser zur Geltung. Tempowechsel, leicht progressive Strukturen und auch thrashige Wurzeln („Portal“) sind eingebettet in wenige wirkungsvolle und häufiger wieder einmal ziellos erscheinende Korsagen.
Die Handschrift von „Altered State“ bleibt somit untrennbar mit Sumita verbunden, der aus seiner unkonventionellen Art, Musik zu schreiben nicht ausbricht. Da diese Scheibe insgesamt nicht der ganz üble Magenbitter ist, geht das bis zu einem gewissen Maß noch halbwegs, doch schon ab „Necro-Force“ stellt sich Ermüdung ein und der Output der Japaner wirkt, trotz besserer Hooks, gewissermaßen unfertig. Für sich genommen haben DEFILED inzwischen ein musikalisch versiertes Quartett zusammen, vielleicht könnte eine breitere Aufteilung des Songwritings hier der Schlüssel zum Erfolg sein.
Songwriting-Alleingang
Mit „Altered State“ sind aus dem Hause DEFILED zwar keine großen Überraschungen zu erwarten und möglicherweise ist die Destillation der positiven Instrumentalarbeit eine Art zufälliger Effekt. Ob die letztendlich überschaubare Verbesserung des Gesamtbildes wirklich zum Kaufanreiz ausreicht, möchte man gerne weiterhin in Frage stellen, genauso wie die Infragestellung interner Prozesse nach einer fast 35-jährigen Bandgeschichte.

Defiled - Altered State
Patrick Olbrich


















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