Defueld - Defueld

Review

Welche schwedische Band kann schon von sich behaupten, noch vor einem erschienen Album bereits in Afrika auf Tour gewesen zu sein? Nun, eine davon ist auf jeden Fall DEFUELD. Vielleicht war es ja sogar die dortige, unglaublich positive Medienreaktion, die die Band letztlich dazu bewogen hat, ihre Musik auch im Studio einzuspielen. Herausgekommen ist dabei eine Mischung aus Rock und Metal, der es weder an Härte noch an Eingängigkeit mangelt. Mal kommt einem der Name PAPA ROACH in den Sinn, an einer anderen Stelle erinnern die Gesangslinien wieder an Matt Heafy und TRIVIUM. Wer möchte, kann zwischen den Zeilen sogar ein bisschen IN FLAMES und SOILWORK erkennen. Dass das Spektrum an Vergleichbands so breit gefächert ist, zeigt wie ausgeprägt und abwechslungsreich man hier zu Werke gegangen ist.

Der Opener „Spawn“ hat eigentlich alles, was man unter einem modernen Rock-/Metal-Song versteht. Ordentlich Zug nach vorne, einen ohrwurmträchtigen Refrain, der zum Mitsingen einlädt, und nicht zuletzt für die Band typisch hervorstechende Keyboardklänge. Der Song könnte so problemlos auch im Fernsehen gespielt werden und würde sich bereits nach dem ersten Hördurchlauf in die Gedächtnisse der Zuhörer einnisten. Das nachfolgende „Forever“ wirkt als durchschnittliche Rocknummer im Gegensatz dazu denkbar blass. Umso grooviger kommt dafür dann wieder „Endless Roll“ daher, das mit einem stimmigen Gitarrensolo in sich einfach abgerundet wirkt. Überhaupt ist die große Stärke von DEFUELD, dass sie es geschafft haben, elf in sich abgeschlossene Songs zu schaffen, nach denen keine Fragen mehr offen bleiben. Ruft man sich wieder in den Hinterkopf, dass es erst das Debütalbum ist, wiegt dieser Umstand umso schwerer. Dieses Gewicht ist man auch gerne bereit zu tragen, habe ich in diesem Genre schon lange keine so starken Balladen gehört, wie sie mit „Waiting In The Wings“, „Rather Die Standing“ und „Blind“ auf den Rundling gebannt sind. In allen drei Fällen – besonders aber im letzteren – kommt der Band die Verwendung des Keyboards natürlich wieder entgegen und ganz nebenbei fällt dabei auch auf, was für eine beachtliche Gesangsleistung Christoffer Wetterström hier eigentlich abliefert. Das ist ganz großes – vor allem immer gekonnt am Kitsch vorbei geschifftes – Kino. Stimmlich sind die Songs sehr variabel, da vier der fünf Musiker letztlich am Mikro beteiligt sind, was sich besonders im mehrstimmigen Endteil von „Crime Of The Century“ zeigt. Die Songs müssen eine beachtliche Live-Wirkung entfachen.

Das nahe liegende Problem der Platte ist die Langzeitwirkung. Es wird sich mit der Zeit zeigen, ob „Defueld“ stark genug ist den mächtigen Faktor Zeit zu überstehen und auch nach vielen Durchläufen immer noch die Stärken hat wie nach dem ersten Mal. Dafür sind die Songs nämlich vielleicht einen Tick zu eingängig. Dennoch hat die Band hier ein starkes Musik geschaffen und ich würde mir wirklich wünschen, dass sie diesen Erfolg auch mit einem zweiten Album auf ähnlich hohem Niveau wiederholen kann. Das wird nach einer solchen Vorlage alles andere als einfach. Bleiben unterm Strich vorerst sieben starke Punkte.

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26.03.2009

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