Desasterkids - 030

Review

Galerie mit 16 Bildern: Desasterkids - Rock am Härtsfeldsee 2016

030 ist die Vorwahl eines großen Teiles des Berliner Stadtgebietes. Der Zusammenhang zwischen Albumname des DESASTERKIDS-Debüts und Herkunftsort der Band erschließt sich allerspätestens wenn man dazu den Graffiti-Löwen auf dem Cover betrachtet. Eine mögliche Inspiration könnten die Nu-Metal-Pioniere von SLIPKNOT gewesen sein, deren zweites Album „Iowa“ mit einem Song begann, der nach der Vorwahl von Des Moines benannt ist. Allzu fern sind beide Gruppen sich musikalisch nicht. 

Offensichtlich mögen die Berliner Jungs ihre Stadt, der sie den liebevollen Beinamen „Breakdown City“ verliehen haben. Breakdowns spielen dann auch wohl nicht ganz zufällig eine wichtige Rolle in der Musik der DESASTERKIDS, die sich als eine Mischung aus Nu Metal, Groove Metal und Hardcore beschreiben lässt. Hinzu kommt eine gewisse Pop-Affinität, die sich vor allem in den eingängigen Refrains niederschlägt. Thematisch gibt es zugehörige Genrekost in Form von Dicke-Hose-Lines und „Sex, Beer & Breakdowns“ – programmatischer hätte der Fünfer seine Debüt-EP übrigens kaum betiteln können.

„030“ erinnert an den Hardcore-lastigeren Metalcore der Marke THE GHOST INSIDE, stellenweise geht es dabei ein gutes Stück deutlicher in Richtung Pop Punk („Lawless“). Die frühen SLIPKNOT und ein bisschen SOULFLY klopfen an, wenn wie in „Kids Don’t Lie“ und „My Own Idol“ psychopathisch genuschelt und elektronisch gefiepst wird und der derbe Groove in „#sicksicksick“ könnte auch von DEVILDRIVER stammen.

DESASTERKIDS beweisen mit „030“, dass man für ein prolliges Potpourri moderner Metal- und Hardcore-Spielarten nicht über den Teich blicken muss. Wer auf der Suche nach fett produziertem Mosh-Futter ist und den Kopf dabei auch mal gerne ausschaltet, dem sei dieses Album ans Herz gelegt. DESASTERKIDS machen nicht viel anders, aber auch nichts schlechter. Der ein oder andere Refrain dudelt etwas zu gefällig aus den Boxen, aber die altbekannte Mischung wird überwiegend durch solide Songs aufgewertet. Den Trancecore der Debüt-EP hat man glücklicherweise merklich zurückgeschraubt.

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04.06.2015

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