Descend / All that is Evil - Split

Review

Im ersten Moment hatte ich es gar nicht so richtig realisiert, dass es sich hier um eine Split CD handelt. Erst nachdem sich der Stil nach etwa der Hälfte der Spielzeit eklatant änderte, wurde ich misstraurisch – und siehe da – zwei Bands aus Cleveland teilen sich die CD. Die ersten vier Songs stammen von Descend, welche laut Info-Flyer „innovative Dark Death Metal“ spielen sollen. Doch zu meiner Überraschung konnte ich weder Innovation noch Dark Death Metal entdecken. Vielmehr offenbarte sich mir das Ganze als chaotischer Normalo Death mit einigen Grind Ambitionen. Ok, man versucht hier und da etwas Abwechslung durch unterschiedliche Elemente, wie z.B. leichte Rock ´n Roll Riffs, reinzubringen, womit sich die „Innovation“ auch schon erschöpft hat. Mein spezieller Freund ist Song Nummer 3, welcher als Instrumental daherkommt und eigentlich nix anderes ist als eine Aneinanderreihung ganz guter Melodien, die ich aber allesamt bereits irgendwo schon mal gehört habe. Bis zum fünften Song macht die CD einen denkbar schlechten Eindruck auf mich, was sich dann aber rasch ändert. Gleich bei „Peril at Sea“ geht es mit herrlich schweren Gitarrenriffs und zweistimmigem Gesang zur Sache. Die Musik ist eher getragen, spielt sich im Midtempo Bereich ab und erinnert mich zu Anfang ein wenig an alte Edge of Sanity (vor Purgatory Afterglow), was sich aber im Laufe der nächsten 3 Songs mit etwas At The Gates und Benedictions „Transcend The Rubicon“ vermischt. Lediglich die krächzigen/kreischigen Lead Vocals bei „The God Of Duality“ und „Her Only Wish“ stoßen bei mir nicht gerade auf größte Gegenliebe und erinnern ein wenig an In Flames live. Bei dieser Split geht meiner Meinung nach All That Is Evil eindeutig als Gewinner hervor. Eine Wertung für diese CD zu vergeben wäre angesichts der zu unterschiedlichen musikalischen Qualitäten nicht angemessen.

10.09.2000

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