Detraktor - Grinder

Review

Wenn man Thrash Metal definiert, fällt ziemlich schnell das Stichwort „hohe Geschwindigkeit“, doch es muss die Frage erlaubt sein, inwiefern das denn überhaupt stimmt. Diesen einfachen Grundsatz haben SLAYER schon 1988 mit „South Of Heaven“ missachtet. Geschwindigkeitsüberschreitungen sind dort Mangelware, das Midtempo dominiert das Album. Und so haben nach ihnen auch viele Thrash-Metal-Bands zumindest langsame Songs im Repertoire. Da kann man sich jetzt, wo sich die meisten zeitgenössischen Genrevertreter in drei, vier enge Kategorien aufteilen lassen, darüber freuen, dass DETRAKTOR diesen Pfad etwas konsequenter verfolgen. Schon zwei EPs, die wohlwollend rezipiert wurden, sind von dem multiethnischen Quartett erschienen. „Grinder“ ist nun der erste Versuch, auf Albumlänge zu überzeugen. Im Rücken haben sie das Label Violent Creek, welches schon Szenegrößen wie TOXIC WALTZ oder TRAITOR hervorgebracht hat.

DETRAKTOR können nicht ganz ohne

Man könnte mich schon nach den ersten Tönen des Openers ‚Parasita‘ Lügen strafen, startet er doch recht schnell. Doch diese Hochgeschwindigkeits-Passagen sind eher spärlich ausgefallen. Stattdessen dominiert ein Groove, der trotzdem ziemlich wuchtig ist, obwohl sich vieles nur im Midtempo bewegt. Einen großen Anteil daran hat auch Sänger Henrique Queiroz, der durch seinen keifend-aggressiven Gesang an dem hohen Stresslevel erheblichen Anteil hat. In ‚Pride‘ gibt es Anflüge von Stoner Rock. Mit dem Instrumental ‚Let It Bitch‘ und ‚Cupacadabra‘ gibt es zwei Songs, die aufeinander aufbauen und bei denen die Gitarristen ausreichend Raum haben, um ihre Fingerfertigkeiten zu demonstrieren.

Songs mit Eigenständigkeit

Wenn man schon von herausragenden Songs spricht, dann muss auch der Titeltrack genannt werden. ‚Grinder‘ hat das Potenzial zum Aushängeschild des Quartetts zu avanchieren, er bringt den zwingenden Groove und die fetten Riffs gekonnt auf den Punkt. Der Abschlusstrack ‚Don’t You Smoke That Weed‘ ist eine Anleitung zum Gebrauch von Marihuana. An diesem Album merkt man, wie vorhersehbar das Genre geworden ist. Bei den Fills hat man schon direkt im Ohr, wie der folgende Part klingt, doch die Hamburger scheuen sich tatsächlich nicht vor (zumutbaren) Überraschungen.

Wie anfangs schon angerissen, betreten DETRAKTOR mit ihrem Midtempo gewiss kein Neuland, aber diese Tatsache sollte man nicht überbewerten, denn „Grinder“ ist trotzdem nährstoffreich. Fette Riffs, ein voller Sound und eine gehörige Portion aufrichtige Aggression sorgen für einen ordentlichen Motivationsschub beim Violent Dancing. Nicht zum Genuss im öffentlichen Personennahverkehr geeignet.

21.09.2019

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3 Kommentare zu Detraktor - Grinder

  1. ClutchNixon sagt:

    Ungemein saftig aus dem Nichts! Extrem geschmackssicheres Riffing mit HC Kante an DD. Verni Bass und mega angepissten Vocals. Ganz wunderbar und sowohl zum Innereien nässen, als auch Sparring/Pumpen geeignet.

    8/10
  2. Boeser Zauberer Wurst sagt:

    Leck mich, das kommt unerwartet. Die Jungs hatte ich nicht auf dem Schirm. Vinyl ist geordert, ich freu mich drauf.

  3. L@THERIVERFLOW sagt:

    Wer was mit der Richtung anfangen kann hat hier sicher seinen Spaß.
    Ich finds langweilig, weil ich das Gefühl hab, das hab ich schon hundertmal woanders gleich oder besser gehört.

    6/10