Ebony Wall - Time

Review

Bereits im März 2013 gaben die sächsischen „Symphonic Metaller“ von EBONY WALL ein erstes Lebenszeichen von sich, mit der gleichnamigen EP präsentierte man vier Songs, welche einen groben Überblick über die Machenschaften der Band geben sollten. Der daraus resultierende Gesamteindruck war durchaus positiv, die Ansätze konnten sich wirklich sehen lassen. Nun, etwas mehr als zwei Jahre später flatterte das neueste (und erste) Album der noch jungen Band ins Haus, mit „Time“ serviert man einen etwas mehr als dreiviertelstündigen Longplayer mit geschlagenen elf Titeln, ob dieser in der Lage ist den bereits gewonnenen Eindruck noch einmal nach oben zu korrigieren werde ich im Folgenden näher erläutern.

Recht schnell wird klar, dass die eingangs verwendete Bezeichnung der Band als „Symphonic Metaller“ nur zu Teilen stimmt, EBONY WALLs Musik ist weit mehr als „nur“ Symphonic Metal. Die 2011 in Annaberg-Buchholz gegründete Band vereint „klassisch-anmutende“ Gitarrenarbeit mit aggressiven Drums, teils episch-orchestralen Keyboard-Hooklines und größtenteils weiblichen Klargesang. Der Opener „Strangers In Hell“, welcher enormes Hitpotential besitzt und zu einer der besten Nummern des Albums gehört, das vom Wechselspiel aus klarem Frauengesang und krächzenden Männerstimmen geprägte „Dance Of The Dead“, das von seiner Leadgitarre geprägte „Oracle“ und die gefühlvolle Power-Ballade „Die In Flames“ sind bereits von der EP bekannt, fügen sich ins Gesamtbild des Albums jedoch hervorragend ein, vor allem da sie soundmäßig noch einmal überarbeitet worden.

Der Rest des Album gestaltet sich in den groben Zügen, und damit meine ich nur die musikalische Ausrichtung, ähnlich wie beschriebenes Material, von fehlender Abwechslung zu sprechen wäre jedoch nichts anderes als eine Lüge. Das Material aus der Feder des alleinigen Songschreibers und Gitarristen Ronny Schuster überzeugt vor allem durch seinen Abwechslungsreichtum und durch seine  Detailverliebtheit, welche vor allem in den zahlreichen Keyboardspuren zum Ausdruck kommt. „Time“ bietet alles was das Herz eines eher klassisch orientierten Metallers begehrt, vom absoluten Power-Batzen wie zum Beispiel „Creatures Of The Night“ und „Headless Horseman“ bis hin zur obligatorischen Ballade („Everlasting Game“) bedient das Album sämtliche Formen die das Genre hergibt. Oftmals passiert es, dass Produktionen dieser Art zu sehr an bereits bekannte Werke erinnern, die Musik EBONY WALLs hingegen tut dies allerdings nicht, dass stellenweise Gedanken an die ein oder andere Band kommen gehört dabei lediglich zum guten Ton und ist ein Zeichen für Qualität,  nicht für Ideenlosigkeit. Ein weiterer Pluspunkt ist die Produktion, welche es eindrucksvoll schafft die Wucht der musikalischen Untermalung und die Klarheit der Stimme von Frontfrau Nina Irmscher zu vereinen.

Persönlich finde ich vor allem an den kräftigeren, energetischen Songs des Albums Gefallen, mit diesen beweisen EBONY WALL dass es ohne große Kompromisse möglich ist Power-Metal-Hits und epische Arrangements zu verbinden. Die ruhigeren Stücke des Albums können sich auch sehen lassen, ohne Frage, im Vergleich wirken sie für mich jedoch ein bisschen zu brav. Auch Titel wie „Waiting For The Sun“ und „Like A Renegade“ wirken im Vergleich zu anderen nicht ganz ausgereift, das Gesamtbild trübt dies allerdings kaum.

Mit „Time“ veröffentlichen EBONY WALL ein fulminantes Debütalbum gespickt mit vielen, beinahe unzähligen Höhepunkten. Die noch junge Annaberger Band schafft es ein Album vorzuweisen, welches den Vergleich mit international erfolgreichen Künstlern keinesfalls scheuen muss. Auch wenn es zur Mitte des Werkes kurzzeitig so scheint als wäre die Luft raus fängt sich die Band erneut und läuft noch einmal zur gewohnt großartigen Form auf. Fans des klassischen Heavy Metal sollten sich dieses Werk auf keinen Fall entgehen lassen!

06.05.2015

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