Eden weint im Grab - Traumtrophäen Toter Trauertänzer

Review

Dark Metal ist bekanntlich sehr vielschichtig. Irgendwie heavy, irgendwie düster, irgendwie Gothic, also für jeden Schubladendenker eine völlig unäquivalente Gleichung. Von den einen belächelt, von anderen angebetet, von wiederum anderen konsequent ignoriert. Eigentlich gibt es nur eine Regel: Düstermetall muss unter die Haut gehen. Und so verkörpert diese Band auch gleichsam das allgemeine Problem des Genres… Eden weint im Grab ist ein Anderthalb-Mann Projekt das wohl ähnlich polarisieren wird wie Eisregen: Entweder man kann sich mit dem Sound identifizieren; oder eben nicht. So ganz kalt lassen wird es aber wohl niemanden, denn Sascha Blach hat eindeutig ein Händchen für kraftvoll-düstere Keyboardteppiche und ohrwurmige Melodiebögen. So beeindrückt gleich der Opener ‚Den Herbstlaubreigen tanzt der Tod‘ mit einem nicht mehr aus dem Schädel zu bekommenen Refrain und atmosphärischen Spielereien die wohl jeden Freund des Genres verzückt bei Vollmond über den Friedhof springen lassen. Und damit beginnt die Reise quer durch Gehenna, einmal über den Fluss Styx und dank des Fährmannes über Lethe zurück. Dicht ergänzt sich jedes einzelne Lied und kreiert ein facettenreiches Gesamtkunstwerk voller verspielter Details und einer tiefen abwechslungsreichen Atmosphäreausstaffierung. Spätestens nach ‚Schwarze Gräber Einsamseen‘ dürfte jeder Darkmetalfetischist salutierend vor den Boxen stehen und sich auch bei dem rockigen Kehrreim vom ‚Untergang im Rosenmeer‘ nicht mehr erholen. Zwar wirkt die ‚Sinfonie des Schlafes‘ teilweise etwas karg (selbst wenn das vermutlich Absicht war), fügt sich aber dennoch irgendwie passend ins Album ein und wird spätestens mit dem großartigen ‚Monologe trüber Wortgewalt‘ wieder in erstklassige Bahnen gerückt. Wobei ‚erstklassig‘ wie gesagt relativ zu sehen ist. Dark Metal polarisiert, und es wird wohl wieder eine Gegenpartei geben die sich von dem Drumcomputer abschrecken lassen oder die Texte zu plump finden wird. Alle anderen dürfen sich auf ein klasse Debutalbum mit etlichen Ohrwürmen und einem höllisch guten düstermetallischen Soundgewand freuen. Und weil man sich das Ding komplett (!) absolut kostenlos (!) auf der Bandhomepage legal (!) runterladen kann, wird das Ganze auf 8 Punkte aufgerundet. Absolut Lobenswert!

08.09.2004

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