Eden Weint Im Grab - Tragikomödien aus dem Mordarchiv

Review

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EDEN WEINT IM GRAB – Die Musik für das verstaubte Lesezimmer

Man stelle sich ein düsteres Lesezimmer vor, im Kamin prasselt ein unruhiges Feuer, sonst ist es totenstill. Im muffigen Ohrensessel nehme man sich die eine oder andere Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe vor und trinke dazu ein Glas trockenen Rotwein, wahlweise einen rauchigen Whiskey. Sollte man statt der finsteren Lektüre lieber das alte Grammophon bedienen wollen, um ihm ein paar Takte Musik zu entlocken, bietet sich der Stimmung entsprechend “Tragikomödien Aus Dem Mordarchiv“ von EDEN WEINT IM GRAB an.

Das Album wird durch ein Cembalo eröffnet, das zunächst an Sherlock Holmes erinnert, passend zum starken Opener “Der Meysterdetektiv“, welcher allerdings auf “Der Doppelmord in der Rue Morgue“ vom bereits erwähnten Edgar Allan Poe basiert. Düsteres Geschichtenerzählen ist ohnehin das prägende Element der “Tragikomödien Aus Dem Mordarchiv“, mal fiktiv, mal historisch inspiriert, in jedem Fall morbide. Der Sound, den EDEN WEINT IM GRAB dazu abliefern ist erstaunlich roh und dreckig, es werden demnach die gelegentlichen mystischen Elemente der letzten Alben etwas zurückgeschraubt. Das steht der Platte jedoch erstaunlich gut und zum bedrohlichen “Lazarus Und Die Tücken Der Einsamkeit“ passt dieses Grundgerüst aufgrund der Nekrophilie-Thematik besonders gut.

Anspruch trotz Mord und Totschlag?

Lyrisch spielen EDEN WEINT IM GRAB in einer deutlich höheren Liga als andere Genrevertreter. Wortwahl und Textstruktur sind abwechslungsreich, spitzfindig und passend zur Thematik klischeearm düster. “Michel Mit Dem Messer“, eine von einem Schunkel-Akkordeon getragene Nummer, kann hier beispielhaft angeführt werden, schließlich wirken die Texte hier zu keinem Zeitpunkt gewollt oder holprig, die fiese Atmosphäre tropft mit Hilfe der Worte aus Alexander Paul Blakes Mund. In “Letztes Morgenrot“ gelingt dies ebenso spannend, wobei hier vielmehr die präsenten Streicher auffallen, die auf der restlichen Platte enttäuschend zurückhaltend sind. Ähnlich verhält es sich mit den Keyboard-Sounds, die wie in “Der Mörder Im Mond“ kurzzeitig aufblitzen, ansonsten den kantigen Gitarren und dem markanten Gesang weichen müssen. Besagtes Lied gleicht dieses Manko jedoch durch sein angenehm hohes Tempo und die darin enthaltene Kompromisslosigkeit aus.

EDEN WEINT IM GRAB liefern feinstes Grusel-Theater

Klammert man die etwas lustlos gestaltete Rausschmeißer-Ballade “Annabel“ einmal aus, so überzeugen EDEN WEINT IM GRAB mit ihrem finsteren Charme, einem simplen, aber wirksamen textlichen Konzept und kräftigen Songs, welche die Hörerschaft permanent bei der Stange halten. Langweilig wird es bei den “Tragikomödien Aus Dem Mordarchiv“ definitiv nicht – einem durchdacht inszenierten Horror-Theaterstück in 11 Akten.

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21.03.2020

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