Epica - 2 Meter Sessies

Review

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Ist ja schon ziemlich beeindruckend, was die Newcomer Epica innerhalb von eineinhalb Jahren aufgezogen haben. 2003 zeigten sie mit „The Phantom Agony“ der Welt zum ersten Mal ihr Gesicht, koppelten seitdem drei Singels aus, spielten u.a. in Disneyland Paris, dem Graspop, dem M´era Luna oder dem Leipziger Wave Gotik Treffen und durften zu guter Letzt in der ansonsten nur Stars wie R.E.M. oder Radiohead beheimatenden holländischen TV Sendung „2 Meter Sessies“ auftreten. Da liegt die Vermutung nahe, dass diese Band wieder nur den kaum nachzuvollziehenden Gedankenirrwegen irgend eines Creative Directors einer dubiosen Casting Agentur entsprungen ist aber…dem ist nicht so. Mark Jansen, seines Zeichens Ex-Mastermind der holländischen Gothic Metaller After Forever, hatte hier von Anfang an seine Finger im Spiel und bringt jetzt mit seinem zweiten Anlauf die dem Werdegang Epicas angepasste, mit reichlich Goodies ausgestattete DVD „We Will Take You With Us“ auf den Markt, die u.a. die Dokumentation des oben genannten Stars & Sternchen Auftritts zum Thema hat. Dazu gibt es optional die akkustische Klangbeilage „2 Meter Sessies“ eben jenes Auftritts und da die DVD leider nicht vorliegt, beschränken wir uns mal auf die knapp 55 Minuten Schallwellen. Allen Freunden von Liveaufnahmen muss man aber leider eine Absage erteilen, denn der neun Tracks beinhaltende Silberling wurde komplett im Studio eingespielt, und zwar im weltbekannten Wisseloord Studio (wie gesagt, Newcomer), welches schon Within Temptation oder 50 Cent als Wirkungsstätte gewählt haben. Dort trommelte man eine mit Bombast und epischen Chören ausgestattete Mid Tempo-Gothic Metal Mischung ein, die aber die Vermutung aufkeimen lässt, dass Metal nur als Unterstützung für ein Orchesteralbum fungiert. Die Nähe zu Nightwish oder Within Temptation ist schon auszumachen und auch wenn das Songmaterial durchaus hörbar und vor allem eigenständig ist (wie z.B. das großartige „The Phantom Agony“), so wirkt das Album doch überladen und etwas erdrückend. Auch ist die Produktion trotz Superstudio dem musikalischen Aufwand leider nicht gewachsen, zu glattgebügelt und drucklos steht sie nicht in gleicher Relation zur Musik. Die Songauswahl folgt dem gleichen Muster. Ausser einer Adaption von „Memory“ aus dem Musical „Cats“ stammen alle Songs vom Debutalbum, lediglich zwei Tracks wurden als akustische Version neu vertont, hätten aber auf einer EP oder Single eine bessere Figur gemacht. Somit bleibt „2 Meter Sessies“ eigentlich eine überflüssige Beilage und ist nur für knallharte Fans der ersten Stunde zu empfehlen.

03.10.2004

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