Eroded - Necropath

Review

Fünfzehn Jahre nach ihrer Gründung hauen ERODED ihr zweites Album raus. Nach einigen Demos um das Jahr 2010 herum und einem soliden aber nicht weltbewegenden Debüt im Jahr 2012 erscheint mit „Necropath“ der nächste Output aus der Schmiede der Italiener. Achtung: Verwechslungsgefahr! Es gibt auch noch eine Band namens ERODED aus dem wunderschönen Ruhrpott, die ebenfalls hochwertigen Todesstahl in Form gießt, bisher aber noch keinen Langspieler unters Volk gebracht hat.

ERODED – also die Italiener – haben für „Necropath“ einen Vertrag mit F.D.A. Records abgeschlossen. In dem aktuell am besten ausgestatteten Todesross-Stall in deutschen Landen, haben die Jungs Quartier bezogen und werden alleine dadurch eine Menge potenzieller Fans erreichen.

ERODED wagen den nächsten Schritt

Musikalisch passen ERODED perfekt zu ihrem neuen Label. Technisch versierter aber dennoch traditioneller Death Metal, der ohne viele Schnörkel direkt zum Punkt kommt, den Punkt umbringt, im Wald verscharrt und dort verrotten lässt. Gut, ganz so gradlinig sind die Jungs auch nicht, sondern bieten schon den ein oder anderen technischen Leckerbissen.

Vertrackt oder überfrachtet klingt das Trio aber durchaus nicht. Die Musik erinnert an frühe GRAVE oder VOMITORY oder andere brutale Schwedentod-Kombos. Dazu passt auch die trockene Produktion, die ihren Fokus auf das hämmernde Schlagzeug legt. Die fräsenden Riffs rutschen da leider manchmal in den Hintergrund.

Dadurch verschwindet zudem der letzte Rest Melodie, auch wenn ab und zu mal ein morbides Riff das Geratter durchzuckt. Dabei würden gerade ein paar Farbtupfer dem Album gut tun. Denn trotz aller Qualität hat Necropath eine entscheidende Schwäche: Die kreative Flanke steht sperrangelweit offen und wird von x-mal gehörten und austauschbaren Death-Metal-Riffs aus der Mottenkiste angegriffen.

Der „Necropath“ – kurzweilig aber ausgelatscht

Gut, musikalische Innovationen darf an dieser Stelle ohnehin kein Zuhörer erwarten. Ein kleines bisschen Eigenständigkeit wäre aber nicht verkehrt gewesen. ERODED zelebrieren auf Necropath zwar hörbar die alte Schule, klingen aber stellenweise erschreckend blutleer. Kein Song sticht heraus, der Pfad der Toten entpuppt sich als Jahrmarktattraktion, die kurzweilige Zerstreuung bietet, aber am nächsten Stand wieder vergessen ist.

Dennoch ist „Necropath“ ein solides Album, das seine Zielgruppe wahrscheinlich abholen wird. Ihr wollt wissen, ob ihr dazu gehört? Dann riskiert am besten einfach mal ein Ohr bei einem beliebigen Song von dem Album und entscheidet danach, ob ihr ihn eine gute halbe Stunde am Stück hören könntet.

22.07.2018

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1 Kommentar zu Eroded - Necropath

  1. unfurl999 sagt:

    Erscheint bei meinem Lieblingslabel, von daher schon mal min. 1 Punkt Abzug für die Qualität und Lieblosigkeit. Ansonsten sehr durchschnittlicher bis hin zu langweiliger Death Metal der schwedischen Schule der zudem schon 1000 Mal besser umgesetzt wurde. Finger weg, und stattdessen Grave, Entombed, Dismember hören.