Everlake - Restless Repeat

Review

Metalcore ist momentan eines der angesagtesten Genres im Metal-Bereich. Komischerweise äußern viele Leute gerne ihren Unmut über diese Musikrichtung, bezeichnen sie gar als überflüssig, zu weich und generieren ihr einen Platz auf der Müllhalde der Metal-Geschichte. Ganz unbegründet mögen diese Einwände nicht immer sein, doch muss man sagen, dass der Metalcore einige wirklich gute Formationen hervorgebracht hat. Man denke an Bands wie HEAVEN SHALL BURN (wobei man sich in diesem Fall um die Bezeichnung als Metalcore streiten kann), CALLEJON, AUGUST BURNS RED und, und, und.

EVERLAKE aus Buxtehude möchten sich in die Riege dieser Formationen einreihen. Gänzlich gelingt ihnen das nicht, denn die Band bietet zwar gute, stampfende Core-Riffs, gelungenen Gesang und viel Atmosphäre. Dass das heutzutage im Bereich des Core aber nicht mehr ausreicht, ist klar. Core-Bands benötigen meines Erachtens nach eine große Portion an Alleinstellungsmerkmalen um sich von der gigantischen Masse abzuheben und nicht bloß im Fahrwasser von bekannten Gruppen herumzudümpeln.

Aber vorab ein Lob an die Band. Für eine Eigenproduktion bringt „Restless Repeat“ einen fantastischen Sound mit sich und weiß mit vielen Stücken zu überzeugen. Sei es der atmosphärische Gossenhauer „End Of The Chain“, welcher mit treibendem Riffing, tollem Kreisch- und Klargesang und einem wahnsinnig eingängigen Refrain daherkommt, oder das achte Stück „Burning Lights“, welchem man einen hohen technischen Anspruch nicht absprechen kann. Warum dann nur sechs Punkte?

Wie eingangs erwähnt bringt „Restless Repeat“ nicht genug markante Alleinstellungsmerkmale mit sich. Das belegt schon der Start der Platte. Nach kurzem Intro kommt „Invincible“ mit Stakkato-Riffing daher – sprich – hört sich an wie der gefühlte Start eines jeden zweiten Metalcore-Albums. Des Weiteren sind die Texte sehr klischeehaft, auch wenn sie nicht schlecht gemacht sind. Im Endeffekt gibt es viel Herzschmerz und etwas Anarchie („Burn everything to the ground, the system is so corrupt!“) – also die typische Metalcore-Stangenware.

Dennoch können EVERLAKE mit ihrem neuen Werk überzeugen. Viele tolle Melodien, Abwechslung und gelungener Gesang machen „Restless Repeat“ zu einem Album, das sich Fans des Genres gerne zu Gemüte führen dürfen. Die Besonderheiten fehlen noch, doch ich bin zuversichtlich, dass EVERLAKE dieses Manko mit kommenden Veröffentlichungen ausmerzen werden. Diese Truppe sollte man unbedingt im Hinterkopf behalten!

12.07.2015

Der metal.de Serviervorschlag

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