
Soundcheck April 2026# 8
Unter dem Banner von ARCHAIC OATH haben sich zwei belgische Veteranen zusammengetan, um dem klassischen Blackened Death Metal und Melodic Black Metal schwedischer Bauart zu frönen. Auf ihrem Debüt „Determined To Death And Beyond“ nehmen sich Arne Vandenhoeck (u. A. MARCHE FUNÈBRE, Gesang) und Filip Dupont (HEMELSBESTORMER, alle Instrumente) das Erbe von Bands wie NAGLFAR, DISSECTION, UNANIMATED sowie diversen weiteren Helden des alten No-Fashion-Rosters und darüber hinaus vor.
Zwei Belgier machen auf Skandinavier
Dass man damit freilich kein Neuland beackert und es grade in den letzten 10-15 Jahren keinen Mangel an Bands gab, die genau diesem Sound nacheifern, schert ARCHAIC OATH nicht weiter. Seinen Stiefel zieht das Duo nämlich konsequent durch und brettert gleich freudig drauflos. „Above The Ice“ kombiniert stilecht unterkühlte Raserei mit sinisterer Melodik; eine epische Bridge darf auch nicht fehlen und so hat man direkt die wichtigsten Zutaten auf dem Tisch. Arne Vandenhoeck aka Arneriach tut sich zudem mit besonders garstigem Gekeife hervor und so manch enthemmter Laut lässt gar Vergleiche zu MAYHEMs Attila zu.
Mit „Wrath Of The Witches“ und „Forest Of Horrors“ geht es so rasant wie melodisch weiter, allerdings verlieren sich ARCHAIC OATH hier bisweilen doch ein wenig zu sehr in ausufernden, melancholischen Leads, ohne dass diese sich so richtig festbeißen wollen. Zwei Highlights gibt es dann allerdings nochmal auf der zweiten Albumhälfte. „Abysmal Ascend“ punktet mit entrücktem Klargesang und schwelgerischen Melodien, während „Into The Temple Of Light“ tolle DISSECTION-Leadgitarren mit der pechschwarzen Opulenz früher EMPEROR kombiniert.
Apropos EMPEROR, die kommen ganz zum Schluss auch noch mit einer Cover-Version zu Ehren. Warum dabei allerdings immer entweder „I Am The Black Wizards“ oder wie in diesem Fall „Ye Entrancemperium“ herhalten muss, weiß der Deibel. Der Song wird auch in der Umsetzung von ARCHAIC OATH nicht schlechter, aber man sollte doch meinen, dass die norwegische Legende ein bis zwei andere Songs geschrieben hat, die man sich mal vornehmen könnte.
ARCHAIC OATH bieten solides Futter für Schweden-Maniacs
Sei’s drum, insgesamt ist „Determined To Death And Beyond“ ein rundes Album geworden, handwerklich sind ARCHAIC OATH voll auf der Höhe und man merkt ihnen die Leidenschaft an. Man kommt aber auch nicht umhin festzustellen, dass Zeitgenossen wie THULCANDRA oder THE SPIRIT diesen Stil schon etwas zwingender gezockt haben, ganz zu schweigen von den Originalen. Grade die erste Albumhälfte hätte dabei ein paar mehr Hooks vertragen können. Wer aber einfach mehr Schweden-Schwarztod will und von dieser markanten Spielart gar nicht genug kriegt, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Archaic Oath - Determined to Death and Beyond (Digipak)
Hans Völkel































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