
Soundcheck März 2026# 6
Galerie mit 28 Bildern: Exodus - Rock Hard Festival 2025


Mal abgesehen vom Debüt „Bonded By Blood“ prägten zwei Sänger die Karriere von EXODUS: Steve „Zetro“ Souza, der Fanliebling, und Rob Dukes, der ungeschliffene Brüllwürfel. Nachdem Souza nach 1993 und 2004 im vergangenen Jahr zum dritten Mal das Mikrofon abgab, kehrte Dukes zurück. Der Mann, der moderne Klassiker wie „Shovel Headed Kill Machine“ und die beiden „Atrocity Exhibition“-Werke einsang, übernimmt wieder. Für manche ein Grund zur Freude, für andere zur Trauer. Für den Schreiber dieser Zeilen sind die Dukes-Alben bis heute die besten neueren EXODUS-Werke, weshalb „Goliath“ mit Spannung erwartet wird.
EXODUS klingen wieder wie vor 20 Jahren
Da das Hauptsongwriting bei Gitarrist und Bandkopf Gary Holt liegt, verändert ein alter neuer Sänger das Klanggerüst der kalifornischen Thrasher nicht grundlegend. Der Opener „3111“ sorgte im Vorfeld wegen seines Musikvideos für Schlagzeilen, das für YouTube zu brutal war und bietet nach einem düsteren Intro brutale, knüppelnde EXODUS-Kost mit den bellenden Vocals von Rob Dukes, die sofort wiederzuerkennen sind. Die Gitarrenarbeit ist gewohnt stark, und der Bass von Jack Gibson ist mehr als Beiwerk. Seine Tieftöner-Linien tragen viel zum Bandsound bei.
„The Changing Me“ ist für EXODUS-Verhältnisse fast ein Radiohit. Entwarnung: Das Stück bleibt ein feiner Midtempo-Thrash-Song, doch der Refrain ist verdammt catchy und zeigt Rob Dukes’ Gesang so melodisch wie selten. Das Outro mit Solo und darübergelegten Screams setzt moderne Farbtupfer.
Der Titelsong überrascht mit doomigem Flair. „Goliath“ ist ein sehr getragenes Stück, das dadurch massiv an Intensität gewinnt und zu den düstersten Liedern der Bandgeschichte zählt. „Violence Works“ packt einen ab der ersten Sekunde mit einem massiven Banger-Riff, das in verschiedenen Variationen durch den Song führt und an dreckige Rocksongs erinnert.
Das kleine Epos „Summon Of The God Unknown“ steht in der Tradition früherer Longtracks wie „Deathamphetamine“ oder „The Atrocity Exhibition“ und nimmt uns mit auf eine Reise durch die musikalische Bandbreite von EXODUS. Der Song zündet nach zwei oder drei Durchläufen richtig. „The Dirtiest Of The Dozen“ beendet das Album mit einem fulminanten Twin-Lead-Solo, das sofort Lust auf einen weiteren Durchlauf macht.
„Goliath“ groovt wieder mehr
War „Persona Non Grata“ ein Album, das in Sachen Aggression alle Regler auf 11 drehte, zeigt sich „Goliath“ entspannter und grooviger, ohne den Biss zu verlieren. Es gibt genug Material für Knüppelfanatiker, aber auch gelungene Experimente. EXODUS sind mehr Goliath als David – mit dem Unterschied, dass man sie nicht klein bekommt.

Exodus - Goliath
Jannik Kleemann































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