Fall Of Carthage - Behold

Review

Man nehme eine Prise HEAVEN SHALL BURN, etwa doppelt so viel PARKWAY DRIVE, garniere mit einem Hauch von FIVE FINGER DEATH PUNCH, setze eine Thrash-Kirsche oben drauf und mariniere das Ganze in einem kräftigen Sud aus Eigenständigkeit. Et voilà – fertig ist eine leckere, musikalische Hauptspeise namens „Behold“, welche vom Chefkoch FALL OF CARTHAGE persönlich serviert wird.

Die Band legt mit diesem Leckerbissen ihr Debüt vor. Und was für eins! „Behold“ ist eine dermaßen geile Scheibe – es ist selten, dass eine Band mit ihrem Erstling solch einen Hammer am Start hat. Wie eingangs erwähnt, schnappen sich FALL OF CARTHAGE Elemente aus verschiedenen Richtungen, wie Metalcore, Hardcore, Modern Metal und driften sogar gelegentlich in Thrash-Gefilde ab. Das heißt allerdings nicht, dass „Behold“ eine billige Plagiatsammlung ist. Vielmehr wirkt es, als ob die Band sich grob in diese Richtungen orientiert, sich selbst aber genug Spielraum für Experimente und Spielereien lässt. Um diese Behauptungen zu untermauern, hier ein paar konkrete Beispiele:

„Upon The Small Things“: „Upon…“ beginnt mit einem tollen, düsteren Intro, welches mit Samples asiatischer Flöten untermauert wird. Hört sich schräg an, schürt aber unheimlich Atmosphäre. Nach einer Minute geht es Schlag auf Schlag:  Sänger Sascha leitet das Gewitter, das die Instrumentalfraktion kurz darauf abreißt, mit einem fulminanten Schrei ein und fällt erstmals als außerordentlich guter Sänger auf. Dennoch brauchen sich die Herren Arkadius (Gitarre) und Martin (Drums) nicht hinter ihrem Frontmann verstecken. Dass man es hier mit einem begabten Trio zu tun hat, merkt man nach knappen zwei Minuten. Die Saiten- und Schießbuden-Fraktionen harmonieren perfekt miteinander, während sie ein gewaltiges Feuerwerk aus tollen Core-Melodien und brutalem Stakkato-Riffing gen Orbit schießen. Gegen Ende setzen erneut die Flöten ein und geben „Upon The Small Things“ einen ordentlichen Schuss Atmosphäre zum Schluss.

„Degeneration“: „Degeneration“ klingt fett. Richtig fett. Der Song startet mit brachialem Midtempo-Riffing, welches – und da muss man ehrlich sein – so auch auf einem PARKWAY DRIVE-Album hätte stehen können. Das verzeiht man FALL OF CARTHAGE allerdings gerne. Im Verlauf des Stückes zeigen sie, dass sie das Abkupfern bei anderen Truppen nicht nötig haben. Das letzte Drittel des Titels knallt hochmelodisch, mal schnell, mal langsam, aus den Boxen und im Endpart gibt es tolle Gitarrenspielereien im Palm Mute zu hören.

„Necessitarianism“: Auch dieser Zungenbrecher ist ein hochmelodischer, düsterer Song und ist erwähnenswert, weil er mit einem Part daherkommt, der mir als einer der wenigen misslungenen Momente von „Behold“ im Gedächtnis geblieben ist. An sich ist der Song gelungen, doch ab der Hälfte kommen FALL OF CARTHAGE, nach einem ruhigen, düsteren Part, mit einem Stakkato-Riff daher, das an dieser Stelle nicht recht ins Ohr gehen möchte. Macht aber nichts – die tollen Melodien im Endpart lassen diesen „Makel“ vergessen.

„More Than Noting“: Der Song zeigt die erwähnten FIVE FINGER DEATH PUNCH-Anleihen auf, agiert jedoch weitaus kraftvoller. „More Than Nothing“ klingt ein wenig nach „Bad Company“, nur mehr auf die Fresse.

Ihr seht: FALL OF CARTHAGE haben mit „Behold“ ein fettes Debüt am Start, das zwischen Metalcore, Thrash, Hardcore und Modern bzw. Alternative Metal rangiert. Das melodische Gitarrenspiel lässt oft staunen und bringt in Kombination mit dem durchdachten und treibenden Schlagzeugspiel, sowie dem tollen Gesang eine harmonische Mischung hervor, die Freunden von NAERA, PARKWAY DRIVE, HEAVEN SHALL BURN, FIVE FINGER DEATH PUNCH, PANTERA und Konsorten Freudentränen in die Augen treiben wird. Zu viel Stakkato und die seltenen misslungenen Parts trüben den Spaß stellenweise. Bei der hohen Qualität dieses Albums ist das aber kein Beinbruch. Geiles Ding!

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27.05.2015

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