
Drei Jahre nach ihrem Debüt legen die Brasilianer von FOSSILIZATION nach. „Advent Of Wounds” transferiert die Brutalität des Vorgängers auf das nächste Level. Spieltechnisch gibt es vor allem in puncto Härte und Kompromisslosigkeit kaum Veränderungen. In Sachen Songwriting und Produktion kann man das nicht behaupten. Die Band hat ihren Stil perfektioniert.
Nuancierte Kompromisslosigkeit
Vor allem das aggressivere Songwriting, die extremeren Drums und der differenzierte Sound heben das Album insgesamt vom Erstling „Leprous Daylight” ab, ohne dabei stilistisch wirklich andere Pfade einzuschlagen. Auch wenn der Death Doom-Anteil verhältnismäßig gering ausfällt, sind es gerade diese Teile, die dem Album ein wenig Zeit zum Atmen geben, bevor es wieder in die komplette Zerstörung übergeht. Ein Song wie „Servo” wirkt auf der ganzen Linie ein wenig verloren und man darf hoffen, dass die Band derartige Experimente in Zukunft vor allem im Hinblick auf mehr Abwechslung und Bösartigkeit weiter ausbaut.
Andererseits sind es die brachiale Urgewalt, das brutale Riffing und die leicht dissonante Spielweise, die FOSSILIZATION so unverkennbar machen. „Advent Of Wounds” ist kein Album für jeden Augenblick im Tagesablauf. Dafür wirkt es umso besser, wenn man einen schnellen, apokalyptischen Direktanschlag braucht, um das Aggressionsventil wieder von der Obergrenze auf Normalität zu bringen. Die ersten vier Songs, speziell der Opener „Cremation Of A Seraph” oder das schwer dissonant startende „Scalded By His Sacred Halo”, peitschen in unbändiger Härte und lassen kaum Zeit für philosophische Gedankensprünge.
Härte und Düsternis am Maximum – „Advent Of Wounds”
Insgesamt fühlt sich „Advent Of Wounds” in jeder Hinsicht wie eine organische Weiterentwicklung an: brutaler, komplexer, dabei trotz aller Härte dicht, einnehmend und getränkt in eine abgrundtief schwarze Grundstimmung, die genau die Faszination dieser Art von Musik ausmacht. Hinzu kommt eine deutlich brutalere Produktion, gesteigertes Drumming und Songs, die stellenweise fast in fanatische, rauschartige Raserei ausarten. Bei aller Härte der Riffs erscheint es daher oftmals sinnfrei, über deren Einfachheit zu sinnieren.
Mit „Advent Of Wounds” haben FOSSILIZATION ohne Frage das nächste Level erreicht. Wer auf extremen, effizienten, manchmal fast einfachen Death-Doom-Metal steht, sollte nicht zögern, die Band anzutesten.

Oliver Schreyer


















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