Ghost Iris - Anecdotes Of Science And Soul

Review

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Im Ressort fünf hat man sich ja bekanntlich dem Blick nach vorne verschrieben. Immer auf der Suche nach dem Metal der Zukunft sieht man sich in letzter Zeit zunehmend von Gitarren mit unnatürlich vielen Saiten umzingelt, die das Fundament legen für Shouts, Growls und Clean-Vocals in friedlicher Koexistenz. Irrsinniges technisches Niveau trifft philosophische Weltbetrachtungen, Eingängigkeit schließt instrumentale Komplexität nicht mehr aus. Immer brutaler, immer hymnischer, immer tighter – und am Ende immer die große Frage: „But does it djent?“ Ist das die Zukunft? Man darf streiten. Ist das spannend? Oftmals ja. Auch wenn es aus Dänemark kommt? Lesen Sie selbst:

GHOST IRIS spielen laut eigenen Angaben progressiven Metalcore, der das Erbe großer Namen wie PERIPHERY und TESSERACT aufgreifen und weiterspinnen möchte. Das klappt, so viel ist bereits nach dem ersten Durchlauf von „Anecdotes Of Science And Soul“ klar, soweit ganz gut. Der Core-Anteil beschränkt sich auf die Shouts und die vereinzelten abgehackten, Breakdown-artigen Rhythmen. Zudem finden sich einige sehr dezent eingesetzte elektronische Elemente im Sound der Band wieder. Der Rest ist allerdings reiner Progressive Metal, durchsetzt von Djent- und Mathcore-Versatzstücken. Für ein Debüt ist das Album sehr ordentlich produziert, man arbeitete mit Jeppe Andersson zusammen, der auch schon mit AMARANTHE, RAUNCHY und VOLBEAT im Studio war. Alle Instrumente erhalten angemessenen Raum und das Gesamtbild stimmt. Auch die Songs sind allesamt gut ausgereift und durchdacht – ein Debütschnellschuss klingt anders.  

Eine fast poppige Note erhält das Material stellenweise durch den Klargesang von Jesper Vicencio Gün. Hier ist der Kontrast zwischen den sehr klassischen Shouts und den extrem hohen Clean-Parts manchmal etwas störend (man höre den schrillen Endpart von „Dream Catching A Nightmare“). Nach ungefähr der Hälfte des Albums gehen GHOST IRIS dann auch leider ein wenig die Ideen aus und die Songs plätschern trotz aller technischen Klasse etwas vor sich hin. Die majestätischen und epischen Parts, sind dann irgendwie nicht ganz so mitreißend, wie sie es gerne wären und auch die abgedämpften Eintonriffs nutzen sich alsbald ab.

Das klingt jetzt vielleicht härter als es gemeint ist, denn an sich ist „Anecdotes Of Science And Soul“ ist ein ambitioniertes und mehr als ordentliches Debütalbum mit ein paar kleinen Schwächen und vielleicht ein bisschen zu wenig Seele. Für Genre-Fans kann aber dennoch eine klare Empfehlung ausgesprochen werden.

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26.02.2015

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