Gnosis - Omens From The Dead Realm

Review

Es riecht nach altem Gemäuer und Gruft. Abscheuliche Rituale und unaussprechliche Kulte werden zelebriert, die Atmosphäre ist vergiftet. Bei Kerzenschein und Nacht wird allerlei Flora und Fauna der sieben Höllenzirkel beschworen, bis endlich der Teufel höchstselbst die Szene betritt und die Seelen der kultischen Gemeinschaft alsbald als Opfergabe verschlingt. So in etwa könnte die Szene aussehen, zu der sich GNOSIS den ersten Song “Conjuration Of The Nemesis” ihres neuen Albums “Omens From The Dead Realm” als Soundtrack vorgestellt haben. Böse bleibt’s infolge und die Omen aus dem Reich der Toten erhalten sich den Zauber, die perfekte akustische Untermalung für oben beschriebene Lovecraft-Fantasien zu sein.

“Omens From The Dead Realm” – Authentische Genre-Würdigung

GNOSIS aus Florida machen aus ihrer Verehrung für obskuren Spätachtziger- und Frühneunziger-Black-Metal wie gewohnt keinen Hehl. Sound und Atmosphäre stimmen: Die Gitarren sind schön verwaschen und die Vocals haben einen angenehmen Grufthall. Im Gegensatz zum Vorgänger “The Offering Of Seven” sind die Instrumente ein bisschen differenzierter gemischt und die Performance wirkt schärfer. Das kommt “Omens From The Dead Realm” zugute, denn es erreicht die richtige Balance zwischen erkennbaren Strukturen und gewollter Primitivität.

Somit versteht sich von selbst, dass keine allzu große Komplexität erwartet werden sollte. GNOSIS rödeln sich stoisch-stumpf durch neun musikalische Albträume, als hätte die Musikwelt 1993 aufgehört zu existieren. Mit markanten Songs wie “Typhlotic Visions”, “The Eleventh Step, The Gate Unknown” oder dem Ambient-Zwischenstück “Transcendence Pt. II” schaffen sie es aber im Gedächtnis zu bleiben. Ein vermutlich 30 Jahre altes Keyboard setzt den meisten Stücken zudem subtile atmosphärische I-Tüpfelchen.

GNOSIS spielen sich am Hirn vorbei ins Herz

Das führt allerdings zum größten Kritikpunkt an GNOSIS. Sie sind im Grunde nichts anderes als eine sehr hörenswerte Kopie der Altmeister MYSTIFIER, ergänzt durch Spurenelemente von MORTUARY DRAPE (vergleicht den Bass-Sound mit deren Debüt “All The Witches Dance”) und MASTER’S HAMMER. Speziell durch die erwähnten Keyboards fühlt man sich immer wieder an die MYSTIFIER-Alben “Wicca” und “Goëtia” erinnert. Wesentlich mehr fügen GNOSIS dieser Rezeptur nicht hinzu – das allerdings ausgesprochen kunstfertig. Oldchool-Maniacs werden’s jedenfalls feiern.

25.07.2021

Redakteur | Koordination Themenplanung & Interviews

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