Headshot.Failed.Desperation - Only The Dead Have Seen The End Of War

Review

Hass! Gewalt! Zerstörung! Diese Aneinanderreihung von Wörtern ist am Anfang eines Reviews zwar ebenso sinnlos wie der zusammengesetzte Bandname HEADSHOT.FAILED.DESPERATION auf den ersten Blick wirkt, aber dennoch treffen beide irgendwie wie die Faust aufs Auge. Die erste EP „Only The Dead Have Seen The End Of War“ trägt Musik, die bereits beim ersten Anlauf sofort zündet, Musik, die einfach laut gehört werden muss, kurzum, Musik, die einfach nur Arsch tritt.

Was da aus den Boxen hämmert und den Lautstärkenregler fast von selbst nach oben schraubt, ist eine Mischung zwischen Melodic Death und Deathcore, erdigen Gitarrenriffs, durckvollem Drumsound und wirklich gutem Gesang, der auf interessante Art und Weise zwischen Growls und Screams hin und her schwenkt. Alle vier Songs sind im Uptempo gehalten, ein Tempo das in der dargebotenen Weise live sicher hervorragend funktioniert. Kein Wunder also, dass sich die Band in ihrer OWL-Region schon einen regen Fanstamm erspielen konnte.

Der Höreindruck, den man von HEADSHOT.FAILED.DESPERATION erhält, hängt stark vom Höraufwand ab, den man betreibt. Getragen werden die Songs vor allem vom Gesang, der immer wieder interessante Wechsel einleitet und den Songs Atmosphäre einhaucht. Die tiefen Growls werden fast durchgängig in sehr niedrigem Sprechtempo abgewickelt, die Screams hingegen gehen mit einem schnellerem Wortdurchsatz einher. Dazu passend ändert sich meist auch das Riffing kurzzeitig. Hat man einfach nur Bock auf harte und schnelle Musik und lässt sich voll auf die EP ein, so landet man, wie ich, schnell bangend vorm Laptop oder der Musikanlage. Die Simplizität der Musik macht dabei es sehr einfach, sich kurzweilig mitreißen zu lassen und die Birne für ein paar Minuten auszuschalten.

Lässt man sie jedoch eingeschaltet und versucht die Musik zu erkunden, so offenbaren sich keine Wunderwerke. Das Riffing, wenn auch stimmig, leistet sich nicht allzu viel Abwechslung sondern hagelt vor allem Powerchords durch die Gegend, vom Songaufbau erinnert mich das sehr an AMON AMARTH. Auch wenn beim Endprodukt natürlich große Unterschiede sind, der musikalische Aufwand bewegt sich in einer ähnlichen Sphäre. Ähnliches gilt für die Schlagfraktion: Die agiert zwar nicht ganz so minimiert, muss sich letztlich aber auch im Rahmen des Riffings und des gesamten Songs bewegen. Und auch der von mir gelobte Gesang büßt nach dem Hören von vier Songs etwas von seiner Frische eein, auch hier wird die oben beschriebene Hackordnung nie wirklich gebrochen.

Dennoch möchte ich das Debüt nicht zerreden. Natürlich muss sich jeder Song irgendwie nach HEADSHOT.FAILED.DESPERATION anhören und an gewissen Trademarks sollte man auch definitiv festhalten. Zudem ist simpler Songaufbau keinesfalls mit langweiliger Musik gleichzusetzen. Ganz ohne Abwechslung ist „OTDHSTEOTW“ (was für eine Abkürzung) auch nicht geraten, dafür sorgen unter anderem zwei Solos und kleinere Spielereien. Für den sicher geplanten Longplayer würde ich mir aber dennoch etwas mehr Variation und ein Ausbrechen aus dem hier gezeigten Schema wünschen, ansonsten könnte die Langlebigkeit stärker leiden, als es bei dieser kleinen EP der Fall ist.

Mein Endfazit ist aber dennoch positiv. HEADSHOT.FAILED.DESPERATION bieten 16 Minuten schneller Unterhaltung und einen viel versprechenden Ausblick in die Zukunft, mit einem Altersschnitt irgendwo zwischen 18 und 19 Jahren ist hoffentlich noch eine Menge Entwicklungspotential vorhanden. Die Aufmachung selbst ist übrigens jetzt schon auf gehobenem Niveau, ein gutes Cover und eine sauber gepresste CD rechtfertigen den Kaufpreis von 5€ allemal.
6 gute Punkt für ein interessantes Debüt.

22.03.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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