Heart Of A Coward - Severance

Review

Galerie mit 15 Bildern: Heart Of A Coward auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Moderner und vertrackter Hochglanz-Metal ist heutzutage – dem ein oder anderen Puristen zum Groll – längst salonfähig und vielerorts beliebt. Dafür haben Bands wie unter anderem PERIPHERY, TEXTURES, MONUMENTS oder TESSERACT hinreichend gesorgt. Genannte Künstler stellen dabei allerdings natürlich nur die Spitze des Eisberges dar, in dessen Fahrwasser sich ein mittlerweile undurchsichtiger Schwarm ähnlich gearteter Gruppierungen tummelt. Eine davon sind HEART OF A COWARD aus dem zentralenglischen Milton Keynes. Der Fünfer ist seit 2009 aktiv und erschien im vergangenen Jahr mit dem in Eigenregie veröffentlichten Debüt „Hope And Hindrance“ erstmals auf der Bildfläche. Mit „Severance“ präsentieren die fünf Herrschaften nun ihr Zweitwerk, für das sie mit Century Media sogar eines der größten Labels gewinnen konnten.

Stilistisch schielt die Platte des Öfteren in Richtung Djent, aber auch Elemente aus Metalcore und melodischem Modern Metal finden sich im Sound des Fünfers wieder. Gesanglich agiert Frontmann Jamie Graham (ex-SYLOSIS) über weite Strecken äußerst aggressiv und wütend, allerdings setzt er auch hier und da mit gelungenen Clean-Passagen Akzente. Dabei muss aber unbedingt erwähnt werden, dass es sich bei HEART OF A COWARD keineswegs um eine dieser „Shout-Strophe/Clean-Refrain“-Truppen handelt. Die Klargesänge auf „Severance“ werden glücklicherweise sparsam und mit Bedacht eingesetzt. Außerdem sind mit Justin Hill (ex-SIKTH) im Song „Distance“ und Scott Kennedy (BLEED FROM WITHIN) in „Psychophant“ auch noch zwei Gastsänger auf der Platte vertreten, die für zusätzliche Abwechslung sorgen.

Der Opener „Monstro“ kommt ohne große Umschweife zur Sache und prescht mit vehementem Djent-Riffing voran. Die Gitarren tönen ultratief und verdammt fies, die Drums grooven und sind perfekt auf das rhythmische Riffing abgestimmt und Fronter Graham brüllt und schreit wie besessen. Allerdings hat der Track auch nach mehreren Durchläufen Probleme, auf den Punkt zu kommen – weder wird ein wirklicher Höhepunkt erreicht, noch bleibt musikalisch viel hängen. Ein Zustand, der sich im weiteren Verlauf der Platte allerdings deutlich bessert. Bereits das anschließende „Prey“ sorgt mit coolem Clean-Gesangspart und treibender Gitarrenwüterei für Wiedererkennungswert. Erstes richtiges Highlight des Albums ist jedoch das folgende „Distance“, das nicht nur aufgrund des Gesangs-Duells Graham vs. Hill, sondern auch mit seinen abwechslungsreichen Saitenarrangements überzeugen kann. Phasenweise klingt das Ganze dann wie eine etwas angepisstere Version von SKYHARBOR – und da kann ich mir wirklich Schlechteres vorstellen.

Mit dem tight groovenden „Nauseam“, der absoluten Abrissbirne „Deadweight“ (der Name ist hier wirklich Programm) und dem Djent-Kracher „Mirrors“ hält „Severence“ zudem weitere starke Songs parat. Das restliche Material (mit Ausnahme des melodisch versierten „Eclipsed“) ist durchweg von mindestens guter Qualität, hier und da allerdings etwas spannungsarm geraten.

Und so steht am Ende ein Album, bei dem handwerklich sowie soundtechnisch alles stimmt und das die nötigen Killer-Songs im Gepäck hat. Allerdings: Wirklich eigenständig klingen HEART OF A COWARD dabei nicht immer: Zu oft agiert man nahe dem hinlänglich Bekannten aus dem Djent-/Modern-Metal-Bereich. Will man im wahrlich gesättigten Genre wirklich für Furore sorgen, gilt es, diesbezüglich in Zukunft noch eine Schippe draufzulegen.

29.10.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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