Hedonihil - I

Review

Wenn man mit seiner Hauptband eher in melancholischen Doom-Death-Gefilden unterwegs ist, dann kann man in seiner Freizeit schon mal so richtig die Sau rauslassen, absolut. Das dachten sich wohl auch drei Jungs (Juuso Raatikainen, Mikko Kotamäki und Juho Räihä) von SWALLOW THE SUN und prügelten unter dem Banner HEDONIHIL „I“ ein.

Auf das Intro folgt umgehend das Inferno, „Otherwordly Embrace“ gibt gleich mal die grobe Richtung für die folgende gute halbe Stunde vor. HEDONIHIL servieren ein höllisch rasendes Gebräu aus Death und Black Metal, manchmal untermalt von ganz dezenten Keyboardklängen im Hintergrund. An dieser Stelle mag so manch einer vielleicht denken, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Genau, „I“ erinnert einen schon des öfteren an THE ABYSS. Dieses Black-Metal-Nebenprojekt von HYPOCRISY hatte Mitte der 90er Jahre durchaus den einen oder anderen Liebhaber gefunden.

HEDONIHIL, ein Nebenprojekt mit Hau-drauf-Charakter

Doch trotz dieser ganz sicher vorhandenen Parallelen können HEDONIHIL leider nicht voll überzeugen. Zwar gehen die Herren durchaus kompromisslos zu Werke und kredenzen ihr meist sehr geradliniges Geprügel mit giftigem Gekeife, direkt und kaum mit Atempausen. Und man findet auf „I“ durchaus gelungene Harmonien unter bzw. über dem Vollgas-Teppich, etwas sparsam aber durchaus recht effektiv eingesetzt. Aber es mangelt der Scheibe dann eben doch an markanten Ideen und Wiedererkennungswert.

Die findet man am ehesten noch bei „The Hedonist Anthem“, wo das Geprügel von coolen Melodien eingerahmt wird. Auch „Better Tomorrow“ sticht etwas aus der Masse hervor, eben weil hier auch das Songwriting zumindest etwas markanter ist. Und das abschließende “ You Hate Me And I Hate You“ (GG Allin Cover) wurde durchaus gekonnt metallisiert, man erkennt diesen Punk-Smasher kaum.

Ansonsten ist „I“ wohl eher so ein typisches Nebenprojekt zum Mal-ordentlich-die-Kuh-fliegen-lassen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden und es sei den Herren gegönnt. Und wer sich eine Mischung aus den erwähnten THE ABYSS und frühen DARK FUNERAL gut vorstellen kann, wird dieser kurzen Prügel-Orgie sicherlich auch so einiges abgewinnen können. Auch wenn HEDONIHIL die Klasse dieser beiden genannten Bands bei weitem nicht erreichen, da fehlt es halt auch etwas an deren simplen Brachialität.

Prügel-Batzen mit Potential und Schwächen

„I“ beinhaltet scheinbar all das, was die Herren bei ihrer Hauptband SWALLOW THE SUN so niemals ausleben könnten. HEDONIHIL setzen überwiegend auf Raserei in ihren begrenzten Facetten. Und das macht die Scheibe einerseits zwar durchaus zu einem ordentlichen Prügel-Batzen, andererseits aber eben auch etwas vorhersehbar und leicht monoton.

So verbreitet „I“ zwar schon irgendwie feine schlechte Laune, leidet aber darunter, dass zu wenig vom dem Krach dauerhaft hängen bleibt. Sicher wird man damit den einen oder anderen Liebhaber finden, es aber im Test der Zeit eher schwer haben. HEDONIHIL machen ihre Sache definitiv nicht schlecht, können aber so gegen die Platzhirsche dieses Genres noch nicht anstinken.

04.04.2019

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