Intense - As Our Army Grows

Review

Zusammen mit JESU und SAXON rettet ausgerechnet eine Power Metal-Band den für mich reichlich schwachen Februar-Soundcheck, soviel vorweg. „As Our Army Grows“ ist das Zweitwerk der britischen Band INTENSE. Amerikanisch beeinflußten Power Metal haben sie sich auf den wehenden Union Jack geschrieben. Vor allem ICED EARTH und NEVERMORE sollen Vorbilder sein, laut eigener Aussage. Erwartet uns nun das genreübliche Bombast-Getröte oder wirklich endlich einmal wieder bodenständiger schnörkelloser Power Metal? Dass es sich hier um Briten handelt, könnte wirklich ein nicht zu verachtender Vorteil sein…

„Anger Of The Ancient“ eröffnet tatsächlich mit Gitarren, Groove, einer nicht zu hohen Stimme eines für Power Metal-Verhältnisse erstaunlich guten Sängers, der Refrain ist drückend in dunkler Stimmlage vorgetragen, ohne Powerchöre á la QUEEN und wird nicht wiederholt. Erstaunlich „nackt“, dieser Song, ohne barocken Firlefanz eingespielt, ein nettes Beispiel, wie man sowas machen kann, ohne nun besonders innovativ sein zu müssen. „Mirror Shroud“ setzt den guten Eindruck fort, die Gitarrenläufe erinnern an ältere ICED EARTH, HELSTAR oder GRIFFIN und das ist gut so. Die hohe Stimmlage kommt kaum zum Einsatz, eher meint man manchmal Anspielungen an die Intonation von Messiah Marcolin, seines Zeichens (Ex-)Vocalist von CANDLEMASS herauszuhören. Im Song „You Die Today“ erinnert der Gesang auch an Jon Arch, den begnadeten Ex-Vocalisten von FATES WARNING zu seligen „The Specter Within“-Zeiten, wobei Sean Hetherington nicht in solch Schwindel erregendes Falsett aufsteigt. Fett gespielte traditionelle Metal-Gitarrensoli runden die Songs ab. Der Beginn von „Our Last Hope“ kommt uns von den eisernen Jungfrauen bekannt vor, dann jedoch gibts ein FATES WARNING-artiges Akustik-Break. Schön achtzigermäßig, das. Auch die Gitarren bieten nun hin-und wieder Reminiszenzen an ältere CANDLEMASS. Allerdings spielen INTENSE ihre Licks schneller; dabei bleiben sie melodisch immer dem Power- oder Heavy Metal-Bereich verhaftet und driften nie ins Thrashgenre ab, wie z.B. LIEGE LORD das mal vorgemacht haben. Das Finale von „Our Last Hope“ ist ganz IRON MAIDEN gewidmet; vor allem deren „Piece Of Mind“-Phase kommt mir da in den Sinn.

Und so machen INTENSE weiter. Qualitätsabfall erfolgt nicht. Sie verbleiben in den Grenzen des Genres, und das in durchaus guter Manier. Ausflüge in RHAPSODISCHE Gefilde oder Opernarien der Sorte DARK MOOR sind ihnen fremd, ebenso endlose Triller-Songs der DOMINE-Bauart. INTENSE spielen gute Soli, sind transparent produziert und verzichten weitgehend auf progressivere Einschübe. Natürlich, vieles kommt einem bekannt vor, auch die Flamenco-Gitarren in der traurigen Halbballade „Insanity’s Call“, „Strange World“ von Maiden mögen sie auch und die obligatorischen Soli kristallinster Natur lassen sie auf den Hörer los. Auch etwas Kitsch darfs schon mal sein. Vielleicht könnten sie manchmal noch mehr Speed einbauen, denn kontrolliertes Midtempo ist durchgehend ihr Metier. Der Beginn von „Fear Is Not Enough“ könnte von MAIDEN zu Killers-Zeiten sein, der restliche Song greift die Zauberatmosphäre von FATES WARNINGS „The Apparition“ auf, ohne dabei so komplex zu agieren. Das ist gut geklaut, nett neu zusammengesetzt und enthusiastisch eingespielt.

Mit der Trilogie „The Chronicles Of The New Flesh“ endet der Ausflug in die Achtziger. Das ist das Highlight der Scheibe. Hier gibts Tempo, orientalische Licks, Abwechslung, Atmosphäre, flirrende Gitarren und Breaks. Auch METALLICA zu „Fade To Black“-Zeiten werden hier gern „adaptiert“. Und INTENSE haben Riffs zu bieten, im Gegensatz zu DOMINE oder RHAPSODY. Wer ältere ICED EARTH, FATES WARNING, ARMORED SAINT oder die letzte DEATH ANGEL mochte, der sollte sich „As Our Army Grows“ anhören. Sie könnten noch stärker werden, wenn prägnantere Refrainlinien dazukämen und sie noch eine Spur härter sein würden. Zudem könnten sie durchaus komplexer agieren; die Fähigkeiten dazu haben sie nämlich. Aber ihre Armee dürfte auch so wachsen und sieben Punkte mit Drall nach oben sind schon drin.

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26.02.2007

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