Jameson Raid - Raiderstronomy

Review

Vor 46 Jahren wurde in Birmingham eine Band namens NOTRE DAME gegründet. In diese Band stieg ein gewisser Terry Dark ein Jahr später ein und im gleichen Jahr erfolgte die Umbenennung in JAMESON RAID. Der Name ist mehr oder weniger zufällig entstanden.

Ein damaliges Bandmitglied hatte im Geschichtsunterricht den Überfall von pro-britischen Einheiten auf die Südafrikanische Republik (heute Teil von Südafrika) aus dem Jahre 1895 gelehrt bekommen. Der Name blieb dem damaligen Schüler in Erinnerung und wurde so zu einem Namen mit musikalischer Bedeutung für die NWoBHM.

Geschichtsunterricht führt zu Bandnamen

1979 erschien die EP „Seven Days Of Splendour“, ein Jahr später „End Of Part One“. Jedoch kam die Truppe in den 80ern nicht über den Status einer lokalen Hobbyband hinaus. Viel mehr als einige Auftritte mit Punkbands in den Midlands waren nicht drin und so lösten sich JAMESON RAID 1983 auf. Die Reunion 2009 entsprang wiederum einem Zufall. Die Anfrage von Musikern bzgl. einer Coverversion von „Seven Days Of Splendour“ führte zu der Compilation „Just As The Dust Had Settled“.

Hier wurden jedoch nur ein Teil der beiden ersten EPs released. Dazu gab es einige Live Auftritte in Originalbesetzung, u.a. auf dem Headbangers Open Air in Deutschland sowie der O2 Academy in London. 11 weitere Jahre später inklusive diverser Veränderungen im Line-up gibt es eine weitere Compilation mit dem Fokus auf die beiden EPs von 1979 und 1980. Einziges verbliebenes Bandmitglied aus den 70ern ist der damalige Sänger Terry Dark.

Das Reissue beinhaltet neben den beiden EPs und dem Track „Hard Lines“, welcher auf dem Sampler „Metal For Muthas Vol.2“ erschien, noch einen Remix der kompletten EP „Seven Days Of Splendour“. Hier stellt sich die Frage, ob es zwingend erforderlich ist, drei Songs doppelt auf eine Scheibe zu pressen.

„Raiderstronomy“ enthält die beiden wichtigsten Werke der Band

Der nun mehrfach angesprochene Titeltrack der 1979er EP wirft die hypothetische Frage auf, ob eine Band wie JAMESON RAID unter den heutigen technischen Möglichkeiten der Verbreitung von Songmaterial einen größeren Bekanntheitsgrad erreicht hätte, als man ihn in den 80ern jemals erreicht hat. Wenn man bedenkt, dass die Compilation 2010 bereits dafür sorgte, dass die gesetzten Herren auf deutlich größerer Bühne unterwegs waren als jemals zuvor, spricht sehr viel für diese These.

Der Song „Seven Days Of Splendour“ bringt eigentlich alles an den Start was man in den frühen 80ern im Segment Hard Rock und dem aufkommenden Metal benötigte. Dynamik, Melodie und Eingängigkeit in einer minimalistischen Verpackung kommen auch in der ca. 40 Jahre alten Variante voll und ganz rüber. Eine weitere Nummer zum Staunen ist „The Hypnotist“. When I click my fingers, you’ll be hypnotized! Eine Textpassage, welche auch gut zum heutigen Zeitgeschehen passt.

Hier mischen sich Hard Rock und NWoBHM. „It´s A Crime“, „Gettin‘ Hotter“ oder „Hard Lines“ sind für 1980 der Zeit eigentlich voraus und eher metallisch als rockig oder punkig. Das galoppierende „Catcher In The Rye“ und das rockige „Straight From The Butchers“ orientieret sich an damalige Genregrößen wie UFO oder ZZ Top. Das Gitarrenspiel fällt leider mehr als deutlich ab und die Soli klingen fast schon dilettantisch.

JAMESON RAID – Ein Beispiel für den Fluch und Segen der technischen Entwicklung

Mit der Compilation „Raiderstronomy“ werden die beiden wichtigsten Werke von JAMESON RAID neu belebt und in dieser Zusammenstellung erstmals veröffentlicht. Man wendet sich mit dem Reissue bestimmt nicht an den Anhänger von auf Hochglanz polierten metallischen Tönen. Dieser Output ist eher für den Nostalgiker, beziehungsweise interessierten Musikfan, welcher einen Hauch vom englischen Underground der frühen 80er atmen möchte oder einfach den frühen Pfad der NWoBHM erkunden will.

Diese Zielgruppe kann bei JAMESON RAID bedenkenlos zugreifen und erhält acht Tracks zeitlose Musikgeschichte, minimalistisch verpackt, mit nicht immer perfekter Saitenarbeit. Die drei Remix-Versionen haben ebenfalls eine gewisse Relevanz, so ist die Arbeit an den Instrumenten gegenüber dem Original deutlich optimiert worden.

Text von Jürgen Fenske

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22.02.2021

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