Jerusalem - Escalator

Review

Die ersten Takte von JERUSALEMs CD „Escalator“ lassen mich überlegen, ob die Briten wohl am Ehesten von DEEP PURPLE, BLACK SABBATH oder LED ZEPPELIN beeinflusst wurden. Im weiteren Verlauf kristallisieren sich DEEP PURPLE schließlich als die intensivsten Vorbilder von JERUSALEM heraus.
Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass diese JERUSALEM schon einmal existierten, und das war zu den Hochzeiten von DEEP PURPLE. Es sind also viel mehr die Einflüsse dieser Epoche, als die einzelner Bands. Die ursprünglichen Mitglieder Lynden Williams (Gesang) und Bob Cooke (Gitarre) lassen nun die alten Zeiten mit neuen Mitstreitern wieder aufleben.

„Escalator“ klingt wie eine Zeitreise in die Frühsiebziger. Das Album vereint den Hardrock dieser Ära, der vor allen Dingen durch die oben genannten Bands bestimmt wurde, mit dem Progressive Rock der 70er. In ihrer Härte – besonders beim teilweise wirklich dynamischen Riffing – kratzen die Kompositionen auch an den Frühzeiten des Heavy Metal. Die Parallelen zu DEEP PURPLE sind recht präsent. Wenn man bedenkt, dass Ian Gillan früher als Produzent von JERUSALEMs 72er-Album „Jerusalem“ (dem übrigens einzigen damaligen Werk der Band) tätig war, überrascht das auch nicht.

Es befinden sich auf „Escalator“ auch Songs von „Jerusalem“ wie beispielsweise „Midnight Steamer“, „Hooded Eagle“ und „When The Wolf Sits“. Diese haben nichts von ihrem alten Reiz verloren, sondern klingen durch die moderne Produktion gleichermaßen anspruchsvoll, nostalgisch und kraftvoll.
Dem Eindruck schließen sich aber auch die neuen Kompositionen einwandfrei an. „Over The Chasm“, „The Void“ oder „Banging All Night Long“ transportieren ebenfalls den Spirit der Frühsiebziger, sind durch die progressiven Anleihen abwechslungsreich und anspruchsvoll arrangiert und lassen auch nicht die neuzeitliche Dynamik missen.
Herausragend finde ich dabei Cookes vielseitiges Gitarrenspiel. Er zaubert tolle Riffs aus dem Ärmel, begeistert mit unheimlich intensiven Soli und versieht die Songs mit eingängigen Leads. Auch Ur-Mitglied nummero zwo Lynden Williams kann den Stücken durch seine klare und ausdrucksstarke Stimme in angenehmer, mittlerer Lage seinen Stempel aufdrücken. Und damit das ganze Album auch richtig funktioniert, passen sich die Rhythmustruppe mit ihrem kräftigen Groove und das Keyboard mit dem allgegenwärtigen nostalgischen Touch diesem Standard an.
Abgerundet wird „Escalator“ durch zwei Cover-Songs: „Stone Free“ (im Orginal von Hendrix) und „Faith Healer“, das meines Wissens von der ALEX HARVEY BAND stammt. Auch diese werden von JERUSALEM ausgezeichnet performed und passen in den Frühsiebziger-Touch des gesamten Albums.

„Escalator“ spricht ganz klar die Leute an, die ihre Heroen vor allen Dingen in den frühen bis mittleren Siebzigern fanden. DEEP PURPLE zu Früh-Heavy-Metal-Zeiten treffen auf Progressive Rock in Art von RUSH. Natürlich spielen noch viel mehr Einflüsse aus dieser Epoche eine Rolle. JERUSALEM gelingt es aber astrein, richtig viel Old-School-Feeling und Nostalgie-Spirit zu vermitteln. Und die Kompositionen auf „Escalator“ präsentieren sich ohne Schwächen und halten einen durchgehend hohen Standard. Darüberhinaus hat Mausoleum Records die Scheibe mit einer druchvollen Produktion ausgestattet.
Wer sich vom harten Rock der Siebziger angesprochen fühlt, sollte das Album antesten. Von mir gibt es eine einwandfreie Empfehlung.

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15.07.2009

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