Kari - Pilot

Review

„Pilot“ – Assoziationen von Losgelöstheit, Schwerelosigkeit, Geschwindigkeit, Wagemut und vielleicht auch Rausch drängen sich mir unwillkürlich auf. Vieles davon findet sich auch in der Musik von Kari Rueslatten wieder. Fast eine Dekade nach „Sorrow“, als die Norwegerin zusammen mit Third And The Mortal dem düsteren Metal weibliche Klarheit schenkte, erscheint ihr viertes Solo Album „Pilot“. Auch wenn die Mittel der Klangerzeugung seitdem gewechselt haben, so hat sich Kari bis heute eine Ader des Mystischen in ihren treibenden, träumerischen und beschaulichen Klangwelten bewahren können. Vielseitigkeit wird in diesen trotz eines vorherrschenden Minimalismus groß geschrieben. Dezent und gezielt wählt Kari die klangliche Untermalung zur Reflexion und Unterstützung aus den Grundelementen Gitarre, Klavier oder Keyboard. Diese ist stellenweise schon fast als karg zu bezeichnen, verleiht aber in diesen Momenten Karis Stimme eine ungeheure Intimität – so als wäre sie zum Greifen nahe. Die Norwegerin schlüpft gekonnt in verschiedenste Rollen und spielt mal die Verführen, die Verlegene, die Bekümmerte, die Kindliche, die Verträumte, aber auch die Entschlossene. Ein herzschlagender Rhythmus intensiviert diese Gefühle und verleiht dem Bad der Stimme in gedämpften und klaren, nächtlichen als auch lichten Klängen Nachdruck. Aber – was ist ein Pilot ohne Flugzeug? Nur ein Träumer?

25.11.2002

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4 Kommentare zu Kari - Pilot

  1. Anonymous sagt:

    "Pilot" ist zwar ansprechender als der poppig-fröhliche SONY-Vorgänger "Mesmerized", doch das Songwriting ist mir über weite Strecken zu unspektakulär und die Instrumentierung zu minimalistisch, zu karg. Karis Stimme erinnert nicht selten an Björk, Tori Amos (ähnlich wie schon auf "Mesmerized") und stellenweise sogar ein wenig an Enya, kann mich aber dennoch nicht durchgehend begeistern. Die "Magie", die noch auf "Sorrow", "Tears laid in earth" oder auch auf ihrem unglaublich emotionalem Werk "Demo Recordings" mitschwang, blitzt nur noch an einigen wenigen Stellen durch (ebenso wie das früher sehr reizvolle "McKennitt-eske"). Mit entsprechend solidem Songwriting hätte man aus dieser Platte erheblich mehr herausholen können. So würde ich denn auch nur 7 Punkte für Karis gesangliche Leistung und 4 Punkte für die musikalische Begleitung verteilen, macht unterm Strich (aufgerundet) leider nur wacklige 6 Punkte. Minimalisten werden sicher frohlocken, während ich wehmütig auf o.g. Werke zurückblicke…

    6/10
  2. Anonymous sagt:

    Zart, sanft, süss und zerbrelich sind die Adjektive, die mir bei dieser Musik und vor allem bei Karis Stimme einfallen, die durch ziemlich minimalistische, instrumentale Ausrüstung, die allerdings gut dem Scheibchen tut und dadurch, dass sie genug freien Raum für den die Zauber, Begeisterung, Kraft, Wehmut, oder Trauer ausatmenden Gesang lässt, exponiert seine Schönheit, begleitet wird. Melancholisch, ruhig und traumhaft schön und auch wenn nicht alle Tracks genauso stark sind, bleibt "Pilot" eine Empfehlung für jeden, der die kalt-grauen Momente besinnlich zelebrieren will und sich nach etwas Ruhe sehnt und wer hat sie schon im Überfluß 😉 …..karolina

    8/10
  3. grimm sagt:

    nicht selten durchwandere ich in melancholisch, schwermütigen augenblicken, mit wohlüberlegten klicks meine mp3-ordner, um dem moment die passende musikalische untermalung zu verpassen, und nicht selten ist karis letztes werk pliot* die musikalische essenz meiner gegenwärtigen laune. dieses album, mit seiner äusserst minimalen, analog erklingenden instrumentierung und der zauberhaften stimme von kari, mag ich nur noch mit der ausnahme-künstlerin stina n. und dem männlichen gegenpart songs:ohio vergleichen. wer sich mit diesen musikern anfreunden kann sollte pilot unbedingt sein eigen nennen. diese ausgeglichene ruhe und magie natürlicher, minimalistischer klänge ist in dem meisten fällen wilder experimentier-freude und/oder unnötigem klischee/bombast gewichen. bei pilot* aber könnt ihr das gras wachsen sehen, die bäume rascheln hören und den sanften windhauch geniessen. gelegentlich rauscht ein flugzeug vorbei, fügt sich fast unbemerkt in die klankulisse und entschwindet kurze zeit später, ohne einen störenden eindruck hinterlassen zu haben. 9 p. – grimm

    9/10
  4. Anonymous sagt:

    Ist eigentlich sogar ganz nett, das Ding hier… Singer/Songwriter Pop ohne die aufgesetzte Schlechtigkeit, die dem ganzen Zeug anhaftet, was so auf Viva läuft. Auf die Dauer is‘ mir das aber zu lahm…

    7/10