Kontinuum - No Need To Reason

Review

Galerie mit 17 Bildern: Kontinuum auf dem Summer Breeze Open Air 2017

KONTINUUM bringen ihr neues Album „No Need To Reason“ auf den Markt – und man ist versucht, den fünf isländischen Herren mit Schmackes „ENDLICH!“ (oder „loksins“, wie Google sagt, dass der Isländer sagen würde) entgegen zu schleudern. Drei Jahre hat man sich nach dem zauberhaften „Kyrr“ Zeit gelassen, ein Nachfolgealbum zu entwickeln. Heraus gekommen ist ein neblig-düsterer Gothic-Wave-Düster-Rock-Ausflug, der beiden Vorgängeralben – „Kyrr“ und „Earth Blood Magic“ – in nichts nachsteht, sondern, ganz im Gegenteil, sogar einen gewissen Reifeprozess erkennen lässt.

Mehr Eigenständigkeit auf „No Need To Reason“

Festzumachen ist dieser Reifeprozess insbesondere daran, dass die Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Bands – dieses „klingt irgendwie wie“- immer schwieriger werden. Zwar hatten KONTINUUM schon immer einen eigenständigen Stil, aber ein bisschen SOLSTAFIR, ein bisschen mehr KATATONIA, ja sogar ein paar Töne späte TYPE O NEGATIVE konnten im Fundament der Band immer noch deutlich identifiziert werden. Mit „No Need To Reason“ wird man in dieser Berechenbarkeit etwas diffuser, auch wenn man diese Prägung nicht ganz verliert: Man nimmt ein bisschen Tempo in einigen Titeln mit auf, was die Wave- und Post-Punk-Ausrichtung betont (und an dieser Stelle wird mal nicht der THE CURE-Einfluss hervorgehoben). Gleichzeitig führt man aber melancholische Rocksongs wie „Stargaze“ durch die Arena, die das ausgeprägte Talent für eingängige Melodien beweisen und dies schamlos ausspielen. Variabilität ist hier das Stichwort.

Und dann sind da noch diese unwiderstehlichen, herausragenden Meilensteine. Das schwarz-leuchtende „Lifelust“ fängt die Essenz der Band, dieses  perfekte Zusammenspiel  von düsterem Aufbau und erlösendem Refrain, in knapp sechs Minuten ein und hat einen geradezu unerhörten Suchtfaktor. „Two Moons“ hingegen ist eine verträumte Ballade, die zugegebenermaßen etwas schwer zu fassen, aber deshalb nicht weniger gelungen ist. Titel, die ein ganzes Album prägen.

KONTINUUM liefern – erwartungsgemäß

„No Need To Reason“ ist ein Werk, das man so von KONTINUUM erwarten durfte, ja vielleicht sogar musste. Denn wie eingangs ausgeführt: Wer mit seinen musikalischen Fähigkeiten „Kyrr“ zustande gebracht hat, dem müssten sie schon beide Hände bei der Aufnahme des Nachfolgers auf den Rücken binden, um etwas Unhörbares zustande zu bringen. Aber offensichtlich hatte die Band die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und ihr Talent hier vollständig zu entfalten. Herausgekommen ist mit „No Need To Reason“ ein von vorne bis hinten stimmiges und stimmungsvolles Dark Rock-Album. Alles erdenkliche Lob dafür an KONTINUUM.

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19.07.2018

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

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4 Kommentare zu Kontinuum - No Need To Reason

  1. Martin sagt:

    Ich liebe das Vorgängeralbum und es hat großen emotionalen Wert für mich – darum waren die Erwartungen an „No Need To Reason“ entsprechend hoch, aber die gefürchtete Enttäuschung ist zum Glück ausgeblieben. Ich bin sogar sehr sehr glücklich mit dem Album. Kontinuum setzen genau da an, wo sie mit Kyrr aufgehört haben, entwickeln sich weiter, verfeinern sich und bewahren dabei die einzigartige magische Atmosphäre. Ein Album, das von Herzen kommt! Leider diesmal ohne isländische Songtexte (die ich zwar leider nie verstanden habe, aber umso schöner klangen).

    9/10
    1. unfurl999 sagt:

      Fand den Vorgänger auch Großartig. Würde jetzt auch nicht von einer Enttäuschung sprechen, aber finde das Album doch deutlich schwächer. Aber is Geschmacksache denke ich.

      7/10
  2. hypnos sagt:

    eine ziemliche Enttäuschung für mich! Nach dem großartigen Kyrr (fast schon 11/10 für mich) fällt das neue Album an jeder Stelle ab. Im Prinzip gibt es hier (abgesehen von 3-4 recht guten Tracks) nichts was nicht von jedem Lied auf Kyrr (bis auf das dortige Instrumental) in den Schatten gestellt worden wäre…Dazu kommt noch das fehlen der isländischen Sprache…schade, für mich bisher die Enttäuschung des Jahres

    6/10
  3. _lillith sagt:

    Ich fand die alte Platte deutlich besser. Die neuen Songs plätschern irgendwie leider so durch, ohne das großartig einer hängen bleibt. Irgendwie dann doch schade, weil ich die Jungs schon sehr mag.

    6/10