Kragens - Dying In A Desert

Review

Zeit für ein kleines Rollenspiel… Angenommen wir befinden uns in einem wohl sortierten CD Laden unserer Wahl; es ist Samstag morgen und wir haben viel Zeit zum rumstöbern. Nachdem drei Stunden bereits verstrichen sind kommen wir beim Buchstaben ‚K‘ an und landen prompt bei der neuen Kragens. Der Blick schwenkt auf das Cover, die Songtitel, den Namen, und ohne dass wir unsere Zeit verschwenden und in dieses Ding reinhören, gehen wir schnell zum Buchstaben ‚L‘ über.
Leider ist ein dämlicher Band- und Albumname keinen Grund für einen Redakteur eine CD unter den Tisch fallen zu lassen. Aber niemand darf es mir übel nehmen dass ich dieses Teil nach dem ersten Hördurchgang ziemlich weit ans Ende meiner Liste verfrachtet hab…
Tja, und so vergeht die Zeit. Weitere CD Einkäufe werden erledigt; weitere Alben werden rezensiert; zwischendurch geht man mal wieder ins Kino oder besäuft sich beim Nachbarn. Und irgendwann ist man dann wieder bei Kragens angelangt – die Erwartungshaltung ist gering; das Ding wird auf’s neue eingelegt.
Und in diesem Moment verändern sich die Alphawellen unseres Hirns rapide. Irgendwas ist anders… Eine Veränderung der Matrix? Sind wir zwischendurch von Aliens entführt worden? Waren diese Riffs schon immer solche Nackenbrecher gewesen?
Gut, also von vorn. Kragens ist eine französische Power Metal Band die 2000 ihre erste Demo vorlegte und als Kombination aus Nevermore und Iced Earth beschrieben werden. Will heißen: Kraftvolle aber doch irgendwie melodische Riffs treffen auf ebenso kraftvolle Keyboards und werden hier 50 Minuten lang wirklich sehr gelungen durchgehauen. Gerade die starken und sinnvoll eingesetzten Keys verschaffen dem Sound hier noch den allerletzten Schliff und verhalten sich absolut homogen mit der wandelbaren Stimme des Sängers, die von Kreischen bis Grunzen alles beherrscht und einen durchweg guten Eindruck macht.
Einer humorvollen Fügung des Schicksals willen ist ausgerechnet der Song mit dem dämlichsten Text auch der stärkste Ohrwurm. Gut, ich hab schon viele dämliche Songtexte gehört, aber wenn eine französische Band versucht deutsch zu singen und das Resultat derart chaotisch ausfällt wie man es im ersten Moment vermutet („Der Zorn der hab / Wir sind Konige / Hail Kragens / Hail das gut“) ist das schon irgendwie kurios und darf mit einem breiten Grinsen dem Freundeskreis präsentiert werden (der Knaller auf jeder Party).
Ansonsten ist das Material auf durchweg hohem Niveau. Power und Heavy Fans werden an diesem Dutzend ihre helle Freude haben; der Rest darf reinhören und sich die CD mal genauer betrachten wenn er sie irgendwann in einem wohl sortierten CD Laden unserer Wahl unter ‚K‘ findet.

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05.09.2004

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