Kultasiipi - Mahtaja

Review

Neue Finanzierungsmöglichkeiten wie Crowdfunding ermöglichen es Bands einen Teil des Produktionsrisikos auszulagern und Veröffentlichungen entspannt(er) zu realisieren. KULTASIIPI haben diesen Weg gewählt, was die erste Veröffentlichung der Band seit sechs Jahren ermöglicht hat. Nach der EP „Metsola“ (2009) und dem Debütalbum „Matkalla“ (2013) gibt es heuer mit „Mahtaja“ eine weitere EP aus dem Hause der finnischen Berliner.

Finnische Berliner – was ist los bei KULTASIIPI?

Genau, finnische Berliner, denn Berlin ist, gemäß Bandinformation, die südlichste Stadt Finnlands. Obwohl kein Bandmitglied finnisch spricht, textet und singt die Band fast ausschließlich in finnischer Sprache. Das muss ein echtes Fest für Muttersprachler sein, UNAUSSPRECHLICHEN KULTEN lassen freundlich grüßen. Da Selbige gerade nicht zur Hand sind, werden wir uns auf die Musik beschränken.

Mit 15 Stücken und 35 Minuten Spielzeit ist „Mahtaja“ für eine EP brutal umfangreich. Allerdings bereitet die Scheibe nicht über die gesamte Länge wirkliche Freude. Größter Makel des Sextetts ist die, um eine Floskel aus dem Sport aufzugreifen, fehlende Spielidee. Vieles schalaleilat einfach am Hörer vorbei, trotz vehementen Flöteneinsatzes. Das Album wirkt dadurch zerfahren und wenig zielgerichtet.

Zur zweiten Albumhälfte fängt sich „Mahtaja“, das Songwriting wird strukturierter und KULTASIIPI zeigen mit einem klaren Weg nach vorn ihre Stärke. Und dies ist nicht mehr und nicht weniger als die Umsetzung von konventionellem Folk-Metal irgendwo zwischen HEIDEVOLK, Humppa und den beinahe vergessenen ELIVAGAR.

Der Sound der EP ist grundsätzlich in Ordnung, könnte aber gerne noch etwas breiter und mit kräftigeren Drums ausgelegt werden. „Mahtaja“ erreicht daher auch soundtechnisch nicht die Spitzengruppe.

„Mahtaja“ hätte mehr Stringenz gut getan

So bleibt ein insgesamt zwiespältiger Eindruck des zweiten KULTASIIPI-Albums. In guter Erinnerung bleiben vorwiegend die straighten Metal-Passagen des Albums, welche mit rabiatem Folk-Einsatz an die Front stürmen und zum Mitnicken einladen. Dazwischen gibt es viel Licht und Schatten, sodass „Mahtaja“ nur für Alleskäufer des mittlerweile überschaubaren Genres interessant ist.

30.09.2019

Stellv. Chefredakteur

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4 Kommentare zu Kultasiipi - Mahtaja

  1. nili68 sagt:

    >Obwohl kein Bandmitglied finnisch spricht, textet und singt die Band fast ausschließlich in finnischer Sprache. <

    Das nennt man dann wohl authentisch..

  2. doktor von pain sagt:

    Wenn keiner von denen Finnisch spricht, wie schreiben die dann ihre Texte? Na ja, ist wahrscheinlich eh egal, da selbst Finnen die Lyrics wegen der Aussprache nicht verstehen würden. Da können die irgendwas in den Bart brummeln und behaupten, es sei Finnisch. Bad Religion haben ja damals eine deutsche Version von „Punk Rock Song“ aufgenommen. Haben sie zumindest behauptet. Verstanden habe ich höchstens jedes fünfte Wort.

    1. BlindeGardine sagt:

      Ich lege noch „das schützenfest“ von faith no more oben drauf. Kennt man das, wundert einen nix mehr von dem was patton später so alles getrieben hat.