Laurasia Awaits Us - Apathy Remains Victorious

Review

Finnland ist nicht nur das Land der Elche und Trolle, sondern hat auch eine im Vergleich mit anderen europäischen Ländern enorm hohe Rate an Depressiven und Suiziden aufzuweisen. Im hohen Norden mit seinen langen, dunklen Wintern ist es ja schon seit einiger Zeit üblich, negative Gefühle und Gedanken musikalisch umzusetzen, insofern wandelt das Duo LAURASIA AWAITS US thematisch auf ausgetretenen Pfaden. Auch der Begriff Post Black Metal ist inzwischen schon arg strapaziert und mutiert immer mehr zur Schublade für Musikstile, die man aufgrund progressiver Einflüsse nicht Black Metal nennen darf, weil es sonst was auf die Mütze gibt. (Nannte man nicht vor ein paar Jahren noch ähnliche Musik Dark Metal?)

In diese Schublade passen LAURASIA AWAITS US allerdings hervorragend. Das Grundgerüst bildet eine Mischung aus düsterem Doom und depressivem Black Metal, der hin und wieder mit sanftem Shoegaze flirtet. Schwere, schleppende Riffs und zwischen dumpfen Growls und verzweifeltem Kreischen pendelnder Gesang dominieren das Klangbild, abgerundet durch Klargesang, reichlich unverzerrten Gitarrenparts und düsteren Samples. Gelegentliche experimentelle Einsprengsel, wie das abschließende Stück „Passage“, fügen sich gut in die düsteren, melancholischen Klangwelten ein. Soweit, so gut – wäre da nicht die unterdurchschnittliche Produktion, die mich beim ersten Hören kurzzeitig den drohenden Kollaps meines Autoradios befürchten ließ. Unangenehm dröhnen die Gitarren beim Opener „Stillborn Motivation“ aus den Boxen und drücken so ziemlich alles andere an die Wand. Die programmierten Drums kann man bestenfalls unter dem Prädikat “zweckmäßig“ verbuchen, und einige gut hörbare Produktionsfehler fördern nicht unbedingt die Bereitschaft, sich “Apathy Remains Victorious“ bis zum Ende anzutun. Gerade die teilweise sehr schönen Leadgitarren kommen selten richtig zur Geltung. Wirklich schade, denn die Finnen haben einige gute Ideen am Start, gerade “Nothing Left To Accomplish“ wird zum Ende hin richtig stark, und “Forget Everything“ zeigt, welche bedrückende Atmosphäre die Finnen aufbauen können.

Gute Ansätze sind vorhanden, auch wenn noch viel Raum für Verbesserungen bleibt. Gerade in Hinsicht auf die Produktionsqualität muss noch Einiges getan werden, um an die mittlerweile doch sehr hohen Standards anknüpfen zu können. Liebhaber trauriger, emotionsgeladener Musik dürfen aber gern ein Ohr riskieren.

05.05.2013

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