Linkin Park - Meteora

Review

Unter "Blast From The Past" erscheinen jeden Mittwoch Reviews zu Alben, die wir bislang nicht ausreichend gewürdigt haben. Hier gibt es alle bisher erschienenen Blast-From-The-Past-Reviews.

Galerie mit 32 Bildern: Linkin Park - One More Light Tour 2017 in Berlin

Wenn das Debütalbum einer Band direkt durch die Decke geht, gestaltet sich die Arbeit am Nachfolger umso schwieriger. Was beim ersten Anlauf noch eine Überraschung war, wird nun zur Erwartung. Schließlich wollen Plattenfirmen und Management keinen Rückschritt bei den Verkaufszahlen sehen. Diesem Druck stellen sich LINKIN PARK 2003 mit „Meteora“.

Der lange Weg zu „Meteora“

Dem Album voraus geht die Remix-Platte „Reanimation“, bei der Rapper und Multiinstrumentalist Mike Shinoda die Rolle des Produzenten übernimmt. Das führt dazu, dass LINKIN PARK ihr zweites vollwertiges Studioalbum gemeinsam mit Don Gilmore produzieren, der diesen Posten bei „Hybrid Theory“ noch alleine innehatte.

Das Songwriting für die neue Platte beginnt die Band auf Tour. Ganze 80 rohe Demos entstehen, während LINKIN PARK, angefeuert durch den Erfolg ihres Debüts, den gesamten Erdball bereisen. Anschließend setzen sie die Vorproduktion in Mike Shinodas hauseigenem Studio fort. Für die finalen Aufnahmen begeben sich die Nu-Metaller in die NRG Studios, in denen auch schon „Hybrid Theory“ entstand.

Aus diesem aufwendigen Prozess entsteht eine Platte, auf der LINKIN PARK alle Facetten ihres Sounds weiter ausbauen. Auf ihrem Debüt verbanden sie Einflüsse aus Metal, Rap, Pop und elektronischer Musik zu einem großen Ganzen. Auf „Meteora“ loten sie die Extreme dieser Einflüsse komplett aus.

LINKIN PARK optimieren sich selbst

Das heißt konkret: Die harten Songs sind noch härter, die poppigen noch poppiger. Mit dem cool groovenden „Nobody’s Listening“ hat das Sextett diesmal einen astreinen HipHop-Song parat. „Breaking The Habit“ hingegen verbindet Electro-Beats mit Streichern und verzichtet vollkommen auf Rap-Parts.

Ursprünglich war der Song aus Shinodas Feder sogar als reines Instrumentalstück gedacht. Erst auf den letzten Metern der Produktion überzeugten ihn seine Bandkollegen, das zu ändern. Angesichts Chester Benningtons Gänsehaut erzeugender Performance in dem Track die absolut richtige Entscheidung.

Ihre Metal-Seite betonen LINKIN PARK bei „Lying From You“, das durch eine düstere Atmosphäre geprägt ist. Der Wechselgesang zwischen Bennington und Shinoda sorgt besonders im Refrain für einige große Momente. „Hit The Floor“ wiederum brettert mit Stakkato-Riffs nach vorne. Den Einsatz des eigentlichen Refrains zögert die Band dabei so lange wie möglich hinaus, wodurch er im erlösenden Moment umso eindringlicher wirkt.

Darf es auch etwas poppiger sein?

Ein wahres Popmeisterwerk stellt das melancholische „Easier To Run“ dar. Mit nur einem simplen Riff erschaffen LINKIN PARK hier eine unglaubliche Dramatik, die einem Tränen in die Augen treibt. Anschließend lässt „Faint“ alle Trauer in purer Aggression aufgehen. Der Song avanciert dank seines Mitgröl-Chorus schnell zum Fanliebling – und ist es bis heute.

Getoppt wird dieser Hitfaktor wohl nur noch von „Numb“. Die dritte Singleauskopplung aus „Meteora“ schlägt in eine ähnliche Kerbe wie „In The End“ auf „Hybrid Theory“, verkommt aber nicht zur bloßen Kopie.

Im Songtext geht es um den Druck, den andere auf das lyrische Ich ausüben sowie den Wunsch nach der Emanzipation des eigenen Selbst. Damit können sich Legionen von Teenies weltweit identifizieren. Folgerichtig avanciert „Numb“ zum Soundtrack einer ganzen Generation.

LINKIN PARK liefern ausschließlich Hits

Mit „From The Inside“ und „Somewhere I Belong“ gelangen noch zwei weitere Songs der Platte dank Ohrwurmpotential und aufwendigen Musikvideos in die Heavy Rotation auf MTV. Doch genauso gut hätten die oft übersehen Albumtracks „Figure.09“ oder „Don’t Stay“ als Singles herhalten können. Denn Ausfälle gibt es auf „Meteora“ schlicht nicht.

2003 perfektionieren LINKIN PARK ihre Version des Nu Metal. Der Band gelingt der zweite Multimillionenseller in Folge, was sie endgültig zur Spitze einer neuen Generation von Gitarrenbands macht.

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25.03.2020

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13 Kommentare zu Linkin Park - Meteora

  1. Steppenwolf sagt:

    Die ersten beiden sind großartige Alben! In meinen Augen Zeitlos und das muss man in dem Genre erstmal schaffen.
    Wie im review schon geschrieben hier steht jeder Song für sich und im Grunde hätten sie auch 13 Singles rausbringen können. Die Sachen die danach rauskamen, waren dann nichts mehr für mich. Da sind sie zu sehr in den Mainstream abgedriftet (wenn man bedenkt das LP im Mainstream groß geworden sind kann man sich ausmalen was später musikalisch dabei herauskam).
    Solche zwei Alben gleich zubeginn zu veröffentlichen, da kann auch nichts mehr kommen was größer ist. Vielleicht hätten sie die Band auch unter anderem Namen weiterführen müssen, das hätte die beiden Alben unsterblich gemacht und den Namen sowieso, wenn sie’s denn noch nicht sind.
    Ich, für meinen Teil, hör’s mir immer wieder gerne an, mehr kann man nicht sagen außer vielleicht noch: RIP C.B.!

  2. nili68 sagt:

    War mir schon in jungen Jahren zu kitschig und poppig, im negativen Sinne. Poppig und kitschig kann natürlich auch gut sein, aber das ist mir etwas zu sehr auf Erfolg getrimmt. Wenn Musik auch zahnlos sein kann, dann fehlt hier der komplette Kiefer, weshalb deren Werdegang mich auch nicht wundert. Nu Metal für’s KiKa-Publikum..

    1. Steppenwolf sagt:

      Ich würds eher als hoch emotional bezeichnen, aber da hat jeder seine eigene persönliche Erfahrung mit der Musik oder eben nicht 😉.
      So ist das mit der Musik… für den einen eine Offenbarung , für den anderen nicht mal erwähnenswert wenn es um die 100 schlechtesten Alben überhaupt geht.
      Das ist eben Musik für eine ganz bestimmte Generation und ich kann verstehen, wenn man damit so überhaupt nichts anfangen kann.

      1. nili68 sagt:

        Mit Nu Metal und emotional kann ich durchaus was anfangen, nur im speziellen Falle Linkin Park eben nicht, aber Geschmäcker und so.. 😉

  3. Cynot sagt:

    Meteora gehörte zu den ersten Metal-Alben, die ich gehört habe. Neben den Alben von SoaD, Rammstein und Metallica Teil meiner Jugend.

  4. Watutinki sagt:

    Nehme ich gerne als Klingelton.

  5. Norskvarg sagt:

    mit dieser art von „metal“ konnte ich schon damals nicht viel anfangen. ich finde es furchtbar. bravo/mtv metal für die kids die zwischen eminem & shakira ne „metal“ cd stehen haben wollen.

  6. Steppenwolf sagt:

    Ich bin 92 geboren und da hab ich tatsächlich nicht mit zwei jahren angefangen Darkthrone zu hören. Heute würde ich natürlich dazu greifen, aber damals mit 12 hab ich halt mit Linkin Park, Slipknot, Korn, Rammstein, Limp Bizkit, Godsmack, Red Hot Chili Peppers, Bloodhound Gang, HIM, Nirvana usw angefangen mich für die Art von Musik zu interessieren.
    Ich würde dir auch wiedersprechen, wenn du mit Bravo Musik, shakira usw um dich schmeißt… damit stellst du LP auf gleiche Stufe wie, sagen wir mal, Tokio Hotel xD
    Da ist schon mehr Substanz bei erstgenannter, darüber muss man denk ich nicht reden. Klar das ist Mainstream und ja man kann sich über den Ausdruck Metal defintiv streiten, was bei eigentlich jeder NU Metal Band der Fall ist. Die bewegen sich halt zwischen Kitsch, Rap und ,,härteren“ Riffs hin und her und ich kann absolut verstehen wenn man sagst das ist nichts für mich. Aber wer beispielsweise(nicht persönlich nehmen nili) babymetal musikalische Qualität zuspricht, dieser Band mit zwei Alben die eine ganze Generation geprägt haben wiederrum diese Qualität abspricht, kann nicht viel von Musik verstehen außerhalb der BM kosmos… und da gibts nunmal noch ne ganze reihe anderer Sachen die mindestens genauso ihre Daseinsberechtigung haben. Man muss es nicht mögen, absolut nicht aber etwas mehr repekt wäre schon angebracht.

    1. nili68 sagt:

      Ich spreche auch Mozart Qualität zu und trotzdem gefällt es mir nicht. Genau so verhält es sich mit Linkin Park. Die haben ja nie den Anspruch erhoben krasser Metal oder so zu sein und Massen zu ziehen, war wohl von Anfang an deren Ziel, insofern haben die schon Qualitäten. BABYMETAL sind trotzdem um Lichtjahre besser. Warum? Darum! 😛

  7. Steppenwolf sagt:

    An alle die außerhalb des trve norwegian black metals keine andere Musik zulassen und kennen: auch ihr habt eure Leichen im keller und die sind teils weit aus ,,schlimmer“ als LP, ich sag nur Mariah Carey und so 😉

    1. Watutinki sagt:

      Gute Pop Musik ist keine Leiche im Keller. Ich höre lieber Britney Spears als Crematory oder 90% der Bands auf meinem Lieblingslabel.

      1. Steppenwolf sagt:

        Wunderbar! Da rührt einer eine widerlich, stinkende und ekelerregende Brühe an und dann kommt watu und stülpt sich das Teil über den Kopf 🤣🤣🤣
        Das kann man nicht besser schreiben…

      2. Watutinki sagt:

        Wie Sie meinen.