Los Angeles - Los Angeles

Review

Offensichtlich ist VISION DIVINE-Sänger Michele Luppi nicht recht ausgelastet, denn nun will er den großen des AOR (gibts da welche?) die verdiente Referenz erweisen. Zusammen mit profilierten Musikern, u.a. Greg Giuffria (HOUSE OF LORDS) wurde ein Projekt mit Namen LOS ANGELES ins Leben gerufen und das Debut sinn- und einfallsreicherweise „Los Angeles“ genannt.

Von Anfang an macht diese Band keinen Hehl daraus, Gitarren nur im Hintergrund butterweich einzusetzen und ganz auf dien quäkigen Gesang von Michele zu setzen, der den Opener „I Will Carry You“ ordentlich überzuckert. Transparenz, Oberflächlichkeit, Plastikstreicher-Arrangements bestimmen das von Beginn an wenig berührende Hörerlebnis. Alles wurde so schon besser gemacht, z.B. von JOURNEY. „I Must Be Blind“ schlingert in SCORPIONS-Gefilde, leider die zuletzt von den deutschen Vorbildern betretenen Pfade. Der Song ist gräßlich eingesungen, kitschig, schauderhaft, auch für Genrefreunde unerträglich. Endlos heißt es „I Must Be Blind“ im hellsten Stimmenüberschlag. Die angehimmelten AOR-Helden werden sich geehrt fühlen, bei solch einer selbstlos inszenierten Anbiederung…

„Thanks To You“ ist auch ganz grauenhaft geraten, alter Italiener, ist das eine Schmonzette! Was für ein Geflöte! Schmachtend, anhimmelnd, kastratenhafthaft singt Michele ohne Besinnung anscheinend. „Edge Of Forever“ führt die einmal eingeschlagene Linie fort, das Wort „You“ kann so schrecklich intoniert werden; zudem scheint es das Lieblingswort der Band zu sein, so oft wie es vorgetragen wird. „Last Chance“ klingt gut, denn dieser Track ist LOS ANGELES letzte Chance bei mir; müßig zu sagen, dass selbige nicht genutzt wird. Diese Refrains… Das muss man den Italienern und Spaniern lassen: sie liegen mit ihrer Art des Melodic oder Power Metal noch dichter an deutschen Schlagerheroen als unsere metallischen Landsleute das hinkriegen. Bei der Vielzahl solcher Bands muss es ja ein tiefes Verlangen seitens bestimmter Rocker nach derartig katastrophaler Musik geben. Ob „Run“, „When You Think Of Me“ oder „Caroline“, bei jedem dieser Schmachtfetzen ziehts einem das Kettenhemd von den Schultern. Und das kann ich gar nicht ab; denn Sicherheit für den kräftigen Körper ist hier oberstes Gebot, wenn die Ernte im Herbst pflichtbewußt eingeholt werden will.

Also: Finger weg von diesem überproduzierten, dabei vollkommen inhaltsleeren Schrott. Gute Balladen gibts woanders. Tom Morello THE NIGHTWATCHMAN, RYAN (der ohne B am Anfang!) ADAMS oder JOHN MELLENCAMP, die lassen euch Staub schlucken. Und das ist doch weitaus besser als die Atmosphäre eines Badelakeneinkaufs mit entsprechender Hintergrundmusik bei Walmart, oder?

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29.07.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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