Moder - Ewiger Tod

Review

Wenn ich mal ehrlich bin, dann hätte ich hinter einer Band namens MODER mit dem Albumtitel „Ewiger Tod“ und einem verschnörkelten Bandlogo eigentlich wieder einmal eine unterdurchschnittliche Black-Metal-Kapelle vermutet. Ich sollte jedoch eines Besseren belehrt werden, denn erstens spielen MODER in allererster Linie Death Metal und zweitens sind sie definitiv nicht unterdurchschnittlich. Verflixte Vorurteile…

Da „Death Metal“ nunmal aber ein ziemlich breit gefächerter Begriff ist, könnte das immer noch alles Mögliche bedeuten. Konkret kann man MODER ganz treffend als uneheliches Kind von GRAVE und NECROPHOBIC beschreiben (wer da wohl die weibliche Rolle einnimmt, eieiei!). Das heißt: Morbide, tonnenschwere Stampfriffs der alten Schule sind ebenso vorhanden wie schwarzmetallisch angehauchte Melodien im Flitzetempo. Die Nähe zu alten schwedischen Bands wird dabei insbesondere beim Gitarrensound deutlich, der typisch sägend und derbe daherkommt. Überhaupt kann man die Produktion als sehr ordentlich bezeichnen, wenngleich sie meiner Meinung nach noch ein kleines bisschen mehr Dreck vertragen hätte.

Höchst „anspruchsvolles“ Technikgewichse sollte man ebensowenig wie musikalische Experimente erwarten, aber so etwas brauchen MODER auch gar nicht. Diese Art von Metal muss ohne Umwege direkt in die Fresse gehen, und das tut sie zweifellos! Sympathisch ist auch, dass sich die Band offensichtlich selber nicht so ganz ernst nimmt, wie ich dem Todesmarsch am Ende von „Kadavergarten“, dem grimmen „Eins, zwei, drei, vier“-Anzähler in „Doomed To Be Human“ oder auch einfach den Texten entnehme.

MODER haben keine bahnbrechend neuen Ideen, keinen wahnsinnig eigenständigen Stil und sind immer ein bisschen vorhersehbar. Das ist mir aber alles sowas von egal, da „Ewiger Tod“ einfach ein harter und sehr kurzweiliger Batzen Death Metal ist, wie er sein sollte! Die komplett in Eigenregie veröffentlichte, aber professionell gepresste CD ist direkt bei der Band für schlappe sieben Euro erhältlich.

23.06.2007

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1 Kommentar zu Moder - Ewiger Tod

  1. Anonymous sagt:

    Der Rezension ist ohne Umschweife zuzustimmen, den Punkt extra gibts von mir allerdings für den Verzicht auf jegliches Blickfeld-verengendes "Trve"-Sein und die daraus folgende musikalische Frische.
    Die setzt, wie bereits oben gesagt, natürlich nicht aus neuen Elementen, sondern aus der Kombination altbekannter, aber nicht oft geimsam auftretender Zutaten zusammen.
    Ganz ehrlich: Ich bin die Wespengitarren und den eierlosen Kreischgesang satt, mit dem jeder Mittelstufenschüler heute seine musikalischen Fehltritte zu erstklassiger, Nonnen-schändender und Passanten-erschröckender Satanshuldigung rüberretten will.
    Zum Glück sind die Jungs von Moder schon volljährig.

    8/10