Moerk Munin - Moerk Munin

Review

MÖRK MUNIN behaupten in ihrer Bandinfo, sie hätten 1995 ein Demotape namens „Runes om Natten“ veröffentlicht, das auf neun Stück limitiert war („um damit Odins Suche nach den Runen, wie in der Edda beschrieben, Tribut zu zollen“). Klaro. Und seitdem haben sie sich in alle vier Himmelsrichtungen verstreut und sich erst 2006 wieder zusammengefunden? Sicherlich.
Wie die Wahrheit auch beschaffen sein mag, selbst wenn die Leute tatsächlich 1995 schon aktiv waren, dann möchte ich nicht wissen, wie das damals geklungen hat. Ihrem heutigen Können nach zu urteilen haben sie die vergangenen Jahre vermutlich eher mit Bowling, Tontaubenschießen oder N64-Zocken verbracht als mit dem Schreiben und Spielen von Black Metal. Anders kann ich mir dieses sehr basale Demo mit einer Spielzeit von gerade mal einer Viertelstunde (plus einer eher langweiligen BATHORY-Coverversion von „In Conspiracy with Satan“, die ich nicht mitzähle) nicht erklären. Die vier echt kurzen Stücke unterteilen sich einerseits in die beiden hundsdämlich betitelten „I mörke skogen“ und „Misanthropic sulphuric winds over desolate icy wastelands“, die eher schleppend-misanthropisch ausgefallen und durchaus mit alten BURZUM zu vergleichen sind, und andererseits in zwei bedeutend schnellere Songs, die auch auf der ersten DARK-FUNERAL-Mini hätten stehen können. Bezeichnenderweise wüsste ich keine weiteren Attribute, die ich den Lieder zuordnen könnte, weil sie vollkommen frei von Eigenständigkeit, tiefgehender Atmosphäre oder sonstiger auffallender Qualität sind. Die Heimproduktion mit rohen Gitarren, aber nett polterndem Schlagzeug bügelt die Unterschiede zwischen den Songs etwas glatt und ist der Musik eigentlich ganz angemessen, kann ihr aber auch keine besondere Note geben. Einzig der röhrende Bass erinnert mich an irgendwas, das mir aber auch nach längerem Grübeln nicht einfallen wollte.
Wäre ich Reviewschreiber XY, würde ich jetzt hier tippen: „Das zweite Demo der fünf Norweger klingt ganz anständig, muss man aber nicht gehört haben.“
Ich bin aber nicht Reviewschreiber XY, sondern ein verschrobener Kerl mit (meist nicht unbegründetem) Hang zu Verschwörungstheorien, und so schreibe ich: ich glaube, MÖRK MUNIN ist das 2005 oder sogar erst 2006 gegründete Soloprojekt einer Frau aus Deutschland (wenn das nicht so ist, hat der Mann auf dem Foto im Booklet zum einen wunderschöne lange Wimpern, riesige Augen und einen echt sinnlichen, von Lippenstift verwöhnten Mund, zum anderen eine echt kastriert klingende Stimme und nur extrem beschränkte Kenntnis seiner Muttersprache). Die Vorstellung finde ich schon wieder so cool, dass das Demo direkt Spaß macht. Gehört haben muss man es trotzdem nicht zwingend. Weil ich ein Frauenliebhaber bin *hüstel*:

09.06.2006

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