Mosfet - Deathlike Thrash'n'Roll

Review

Was für eine ranzige Party! Schon im Vorgarten stapeln sich die leeren Bierflaschen und Pizzakartons. Im Kinderplantschbecken schläft ein bärtiger Kerl mit einem Testament-Shirt. Hinter der Hecke scheint es ein ziemlich angeschlagenes Paar miteinander zu treiben. Drinnen wird man erst einmal von zwei Dingen überwältigt: der Musiklautstärke und der muffigen Luft, die schon gefühlte drei Mal durch die Körper der Anwesenden Gäste gegangen ist. Die Laune ist ausgelassen, das ganze Haus scheint vor Energie und Dreck zu vibrieren.

Genau diese Bilder entstehen beim Hören der neuen Platte der österreichischen MOSFET. Der Name „Deathlike Thrash’n’Roll“ ist in diesem Fall tatsächlich Programm, denn eben einen solchen Soundmix hat sich die Band zu eigen gemacht. Dies konnte man bereits auf dem Vorgänger hören. Viel ist seit dem nicht passiert. Aufgetischt werden dreizehn derbe Stücke, deren Unterbau ganz und gar aus der Thrasher-Ecke kommt. Dazu bedienen sich die Jungs an dem Groove des Death Metals von Kapellen wie ENTOMBED. Zusammen mit der tiefen und kratzigen Stimme von Philipp Essl wird das Ganze mit einer ordentlichen Schicht Dreck überzogen, die auch den Prolls von CHROME DIVISION gut zu Gesicht stehen würde. Das Gleiche gilt übrigens auch für die rotzigen Texte. Songtitel wie „Tales Of A Diarrhoea Werewolf“ oder „Angel’s Piss & Devil’s Jism“ geben schon mal eine gute Vorstellung davon.

Handwerklich bewegt sich die Band auf der absolut soliden Seite – sowohl an den Instrumenten, als auch im Sound. Dicke Abzüge gibt es jedoch für die Langzeitmotivation. Denn bis auf die mit einem Video versehene Single „Thrash Assasination“ (mal wieder ein treffend gewählter Titel) und das eingängige „Rockaholic“ ähneln sich die Kompositionen zu sehr. Um zu dem Bild am Anfang zurück zu kehren: Diese dreckige Party ist auf den ersten Blick zwar super, aber man hat die Räume schnell durch und irgendwie passiert überall das Gleiche. Egal – auf einen Kasten Bier schaut man doch gerne vorbei.

04.01.2012

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