Naer Mataron - Praetorians

Review

Wer mit der Musik der griechischen Krawall-Fraktion vertraut ist, kann sich jetzt wahrscheinlich sowohl inhaltlich als auch qualitätsbezogen denken, was die Jungs mit “Praetorians“ mitzuteilen haben – im Grunde genommen fungieren meine Ausführungen also als Bestätigung. Von Ambient, Keyboards oder sämtlichen anderen unwesentlichen Stilmitteln wollen NAER MATARON noch immer nichts hören und knüppeln sich, ohne Rücksicht auf Verluste, durch etwa 60 Minuten Schlachthymnen.

Das äußerst stimmige Intro, bestehend aus bedrohlichem Schlachtengetrommel, warnt vor dem bevorstehenden Hölleninferno, was die Griechen in der folgenden Stunde heraufbeschwören werden – und das hat es wirklich in sich. Seit “Discipline Manifesto“ aus dem Jahr 2005 hat sich auch bezogen auf deren Line-Up etwas getan, so steht mittlerweile Vicotnik, seinerseits auch bei DODHEIMSGARD tätig, hinterm Mikro. Dessen gewöhnungsbedürftige, teilweise beschwörungsartige Züge annehmenden Vocals verleihen dem schwarzmetallischen Gewitter eine streckenweise morbide Aura, die über dem musikalischen Geschehen zu schweben scheint.

Gleich im Voraus gesagt: Instrumental hat man es hier alles andere als mit eindimensionalem Geballer zu tun, sondern viel mehr mit wahnsinnig schnellem, aber durchaus durchdachtem, variablem Riffing und Songwriting. Zwischenzeitlich dominieren immer mal wieder Parts mit Tempodrossel, die kurze Verschnaufzeit bieten und atmosphärische Bindungen knüpfen. Glücklicherweise also keineswegs jener Fall, dass ein Riff über ewig lange Spielzeit bis zum Erbrechen durchgenudelt wird – damit hätte man übrigens bei mir den Vogel abgeschossen.

Produktionstechnisch hat man meines Erachtens nahezu perfekt zwischen technischen Möglichkeiten und entsprechender Umsetzung balanciert, sodass man diese weder mit aalglatt noch prähistorisch beschreiben könnte. Lediglich das Schlagwerk hat einen vergleichsweise überdurchschnittlich natürlichen Klang, wodurch die rohe Atmosphäre aber nochmals authentischer zum Tragen kommt.

Um die Plätze oberhalb der “nur“ guten Ränge zu entern, fehlen der Platte jedoch die Überraschungs- bzw. die Aha-Momente. Die Platte rasselt so nach und nach durch, bietet eine wahrlich eisig kalte, absolut gefühlsarme Atmosphäre – doch fehlen ihr ganz einfach die Highlights. Wer auf Knüppel-BM steht, tut hier garantiert kein Fehlgriff, mit überaus anspruchsvoller Kost sollte man allerdings nicht rechnen.

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19.06.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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