Nattravnen - Kult Of The Raven

Review

Der gute Jonny Pettersson (WOMBBATH) ist dieses Jahr besonders umtriebig unterwegs gewesen. Er veröffentlichte nicht nur ein neues Album mit seiner Hauptkapelle, sondern streute mit HEADS FOR THE DEAD und JUST BEFORE DAWN auch zwei weitere Hochkaräter unters moshende Volk. Da verwundert es also keinesfalls, dass der Multiinstrumentalist kurz vor Jahresende mit NATTRAVNEN noch ein Projekt raushaut, für das er in musikalischer Hinsicht ganz alleine verantwortlich zeichnet.

Dafür hat sich Pettersson erneut eine Legende ans Mikro geholt, und zwar keinen geringeren als den ehemaligen DEATH-Musiker und MASSACRE-Sänger Kam Lee. Das weckt natürlich Hoffnungen auf eine kultige Scheibe, passend zum Titel „Kult Of The Raven“.

NATTRAVNEN mit einem coolen Scheibchen Horror Death

Es krächzt der Rabe, dann geht es ab mit atmosphärischem Death Metal in Form von „The Night Of The Raven“. Feines Gebretter, schöne tiefe Vocals, cooles Horror-Feeling. Dieser flotte Opener macht definitiv Lust auf mehr. Und mit „Suicidium, The Seductress Of Death“ wird es noch düsterer, und vor allem phasenweise doomiger. Es sind generell die Tempowechsel und die morbide Atmosphäre, die hier absolut zu gefallen wissen. Und die im Hintergrund agierenden Keyboards passen so richtig gut ins düstere Gesamtbild.

NATTRAVNEN kratzen mit der einen oder anderen Melodie auch am Black Metal („Return To Nevermore“) oder kommen schön wuchtig und hymnisch wie in „From The Haunted Sea“ daher, mit leichten MORBID ANGEL-Anleihen. Und immer wieder überzeugen die beiden Recken mit beklemmender Wucht und Düsternis à la BEHEMOTH. Also ist „Kult Of The Raven“ der erhoffte ganz große Wurf geworden?

Leider nicht ganz, den gerade im letzten Drittel der Scheibe schleicht sich doch die eine oder andere Länge ein und verhindert eine höhere Benotung. Offensichtliche Hits findet man hier sowieso eher nicht, die Klasse der Platte liegt viel mehr im Gesamtpaket. Denn das wurde durchaus fein intensiv, drückend und morbide geschnürt. Dennoch geht „Kult Of The Raven“ gegen Ende so ein klein wenig die Luft aus.

Leichte Längen gegen Ende, dennoch gelungen

Stark wird es dann allerdings doch nochmals mit dem abschließenden „Kult Av Ravnen“, hier klingen NATTRAVNEN so ein wenig nach EX DEO, allerdings richtig in Moll und mit einigen schnelleren Passagen. Damit avanciert dieser Track zum coolen Finale einer durchaus gelungenen Scheibe.

„Kult Of The Raven“ ist also eher (noch) nicht Spitzenklasse, dennoch ein gelungenes Stück Horror Death. Es fehlen leider so ein bisschen die ganz großen Momente, trotz aller vorhandenen Homogenität und Klasse. Aber vielleicht erwartet und erhofft jeder Fan beim Namen Kam Lee ganz einfach auch nur immer wieder ein zweites „From Beyond“. Das wird aber leider nie kommen. Dennoch kann es der Altmeister immer noch, und Mr. Pettersson ist dieses Jahr ganz einfach ein Garant für hochwertigen Todesstahl, das trifft auch auf NATTRAVNEN zu.

29.12.2018

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