1Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum zeigen die Griechen von NIGHT SPECTRE, wie fantastischer Heavy Metal mit Old-School-Charme im Jahr 2026 klingen kann: klassischer Sound, fetzige Riffs, einnehmende Melodien, gepaart mit charakteristischem Gesang. Dazu eine druckvolle, moderne Produktion, die mitreißt.
NIGHT SPECTRE – Metal-Manie und Spaß am Chaos
Von fern hört man Schüsse, Polizeisirenen und anschließend ein davonrasendes Motorrad. Es riecht förmlich nach Leder, Metall, Asphalt und Ärger. Wenige Sekunden später treten die Athener musikalisch aufs Gaspedal. Der Opener „Death Contract“ hat einen derart catchy Groove, dass man gerne mit auf dem Flucht-Bike sitzen würde. Der zweite Song „The Maniac“ galoppiert voller Wagemut und Epik voran, dass geneigtem Retro-Metalhead warm ums Herz wird. Hier erwachen Erinnerungen an MANILLA ROAD. Und durch Tasos Molyviatis’ hellenischen Akzent entwickeln die Vocals noch eine Extra-Portion Charme.
Im vorzeitlichen Feuer sterben und der alten Schule huldigen
„Cheating The Fates“ ist ein stabiler Stampfer mit Gangshouts und Tempowechseln. Es geht darum, seinen eigenen Weg zu gehen und Hindernisse zu überwinden. NIGHT SPECTRE fordern die Götter heraus und stehlen das Feuer aus den Hallen des Himmels, bevor „To Die In The Ancient Fire“ düster, schleppend und mit dezentem MANOWAR-Pathos daherkommt.
Das anschließende „Blades Of Galvarino“ ist heavy, melodisch und einnehmend. Hier zeigt das Quintett eine andere starke Facette seines Könnens. „Crossing The Abyss“ startet melancholisch und finster, jedoch nicht, ohne sich später wieder heroisch aufzubäumen. Mit „Damnation Of Memory“ bewegen sich die Griechen irgendwo zwischen der NWoBHM und US-Bands wie SUMERLANDS.
Der finale Titelsong macht noch einmal klar, dass NIGHT SPECTRE eine Truppe sind, die man ab sofort auf dem Zettel haben muss. Roh, heavy, strotzend vor Selbstbewusstsein mit Sword-and-Sorcery-Feeling. Darüber hinaus kann man den beiden Gitarristen Thomas Stamatas und Dimitris Diogos eine gewisse Affinität zu Leads à la IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST nicht absprechen.
Ein Tribut an den klassischen Heavy Metal
Das Debüt von NIGHT SPECTRE zeigt klar, wie man mit Feuereifer und Spielfreude ein modernes Werk schaffen kann, das den Urvätern und Heroen des klassischen Heavy Metal angemessen Tribut zollt, ohne bloß abzukupfern. Thematisch dreht sich alles um okkulte Fantasien, historische Kampfhelden, Horrorszenarien und die Ablehnung sozialer Normen. Selbst das Albumcover in Airbrush-Optik erscheint wie eine Hommage an den 80er-Jahre-Metal. Wieder einmal ein bockstarkes Album aus dem Hause Dying Victims Productions.
(Tilmann Euler)

Night Spectre - Night Spectre
metal.de Redaktion
Night Spectre - Night Spectre [Vinyl LP]



























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