Obtest - Gyvybes Medis

Review

Es hat wohl mal eine Zeit gegeben, als OBTEST richtig finsteren Black Metal spielten. Auch wenn ich mir das schwer vorstellen kann, wenn ich dem durchdachten, melodischen, temporeichen und erfreulich eigenwilligen Pagan Metal der Litauer lausche. Das muss wohl in den frühen 90ern gewesen sein, was vom heutigen Standpunkt aus in der schnelllebigen Musikgeschichte schon eine Weile her ist. Fast ebenso weit sind OBTEST von dem Stil entfernt, mit dem sie einst ihre Karriere begannen.

Von finsterer Stimmung ist hier keine Spur und Monotonie ist auch nicht angesagt. „Gyvybes Medis“ ist unglaublich abwechslungsreich, mit guten Idee gespickt und strotzt nur so vor Spielfreude. In den Riffs bieten OBTEST erstaunlich oft Anlehnungen an klassischen Heavy Metal und tummeln sich dabei mit Vorliebe im hohen Geschwindigkeitsbereich. Damit bringen sie ein Fundament zusammen, das es ihnen erlaubt, fast alles zu machen. Erstaunlich ist dabei vor allem, dass man die Musik noch immer zweifelsfrei als heidnischen Metal identifizieren kann.

Vielleicht kommt mir die Musik auch nur deshalb so großartig vor, weil sich in diesem Genre zu viele Bands herumtreiben, deren Keyboard-Geschnörkel und kitschige Ohrwurm-Melodien nach Plastik klingen? Nein, obwohl OBTEST im krassen Gegensatz zu solchen Vertretern stehen, ist das nicht der Grund. Sie sind einfach verdammt gut, in dem was sie machen. Dass es schwer fällt Bands zu finden, die Ähnliches zusammenbauen, unterstreicht die Leistung lediglich.

OBTEST schreiben Hymnen ohne Pathos, machen gute Laune, ohne betont fröhlich zu klingen und sind eingängig, ohne dass man mitgrölen könnte. Diese Litauer sind einfach pausenlos interessant und vermeiden dabei auch noch alles, woran ich persönlich mich bei Pagan Metal stören kann. Wer sich ein Bild von den Qualitäten des Albums machen möchte, hört sich am besten gleich den Titeltrack an und lässt sich einfach überzeugen. Selbst an den Klang der ausschließlich litauischen Lyrics habe ich mich schnell gewöhnen können.

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28.05.2008

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1 Kommentar zu Obtest - Gyvybes Medis

  1. Hypnos sagt:

    Die Band verdient einfach viel mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung, Sowohl diese Platte als auch die Vorgängerin stellen 99% dessen was sich ‚pagan metal‘ schimpft locker in den Schatten. Besonders empfehlenswert für Fans der großartigen Engländer von Forefather