One Hour Hell - Voidwalker

Review

Die Schweden von ONE HOUR HELL werden ja gerne mal in eine Schublade mit LAMB OF GOD, THE HAUNTED & Co. gepackt, so auch seinerzeit bei uns („Product Of Massmurder“). Doch wenn man sich „Voidwalker“ zu Gemüte führt, dann entdeckt man da auch ganz andere bzw. neue Einflüsse, und die tun dem Gesamtbild richtig gut.

ONE HOUR HELL zocken in der Grundausrichtung einen Mix aus modern angehauchtem Death mit leichtem Modern-Thrash-Einschlag. Und bei einer solchen kompromisslosen Mischung macht sich ein rasanter Wutklumpen wie „A Violent Cancer“ als Einstieg natürlich nicht schlecht. Start durchaus geglückt, dennoch ist dieser Track noch etwas gesichtslos, doch die Steigerung wird folgen.

ONE HOUR HELL mit einem wilden aber interessanten Stil-Mix

Bei „Empty Eyes“ und „Exit?“ wirkt so mancher Part fast schon frech bei neueren MORBID ANGEL ausgeborgt. Das sorgt dafür, dass diese beiden Tracks durchaus als eine moderne Variante der Florida-Legende durchgehen können. Aber diese eingebremste Bedrohlichkeit gepaart mit kalter maschineller Wucht kann durchaus was. Das mit dem Können gilt übrigens auch für den leichten CANNIBAL CORPSE-Einschlag bei „Hall Of A Thousand Minds“.

Und mit „Within“ wird es dann so richtig fein kunterbunt. Hier verwursten ONE HOUR HELL dezenten Klargesang, jede Menge Breaks und eine Art Modern Metal zu einem interessanten Gericht. Und als sei das noch nicht genug, würzt man das Ganze noch mit einer Prise Irrsinn der genialen SYSTEM OF A DOWN. Das ist alles andere als Mucke von der Stange, die Schweden verblüffen immer wieder mit ihrem interessanten Stil-Mix.

Und wenn man schon mal kreuz und quer im Gemüsegarten unterwegs ist, dann kann man wie bei „Purge“ und „Ashes From A Last Breath“ auch gleich noch ein bisschen neuere DIMMU BORGIR mit reinpacken. Warum denn nicht? Da verwundert es einen dann auch kaum noch, wenn man bei „Re-Saw“ schließlich den einen oder anderen Schlenker hin zu neueren SATYRICON entdeckt.

Es wird aber nicht einfach nur billig kopiert, sondern man adaptiert gewisse Merkmale einfach echt gekonnt. „Voidwalker“ fordert einen, und wer so etwas mag, ist hier an der richtigen Adresse. Doch ONE HOUR HELL verlieren nie den roten Faden. Hier trifft Wucht auf Technik gepaart mit Progressivität. Diese Attribute ziehen sich als Grundzutaten nahezu durch die komplette Scheibe.

Nicht jeder Schlag sitzt voll, aber alle zeigen Wirkung

Zumindest fast, denn zum Abschluss kommt ja noch der Song, der völlig aus der Reihe tanzt. „Drivkraft“ nennt sich das gute Stück und hat mit dem Rest der Scheibe mal so gar nichts zu tun. Dieser chillige Track mit lupenreinem Klargesang steht völlig im Kontrast zur Wucht und Intensität des restlichen Materials. Und irgendwie ist man sich absolut sicher, hier einer anderen Band zu lauschen, das können unmöglich ONE HOUR HELL sein. Sind sie aber eben doch.

Das Gesamtpaket ist schon recht fett, es fehlt aber bei aller Wucht vielleicht noch etwas die Seele. Die Old School Deather werden gewiss die Nasen rümpfen. Aufgeschlossene Todesblei-Fans können jedoch auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. ONE HOUR HELL bedienen sich genüsslich aus mächtig vielen Schubladen. Aber einfach nur zugreifen kann jeder. Das Ganze jedoch zu einem zwar sperrigen aber dennoch durchaus stimmigen Ganzen verbinden, dazu gehört schon etwas. Die neun Songs sind nicht immer Volltreffer, aber alle Schläge zeigen absolut Wirkung.

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28.09.2019

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