Oratorio - Redemption

Review

Und wieder Nachschub von den tausend finnischen Seen. ORATORIO bieten mit „Redemption“ Metal nach Art von TAROT (Au weia), STRATOVARIUS (Hm…), CHILDREN OF BODOM (schon besser), METALLICA (Ach ja?) und den unvermeidlichen IRON MAIDEN. Na denn, lassen wir uns mal überraschen… Twin Gitarren und klare Vocal-Linien bieten sie in der Tat auf. Und gute instrumentale Fähigkeiten gibts natürlich von den Suomi wie gewohnt zu hören. Der Text vom Opener „Cold State“ erinnert mich an METALLICA, und zwar die „Black Album“-Ära. Denn auch dort wartet das Unheil im Schlafzimmer… Was aber erwartet uns musikalisch? Zunächst mal fällt auf, dass Joel Hekkala wie eine Mischung aus SENTENCED, neueren THRONE OF CHAOS und FALL OF THE LEAF (falls die noch jemand kennt) intoniert, ein wenig Power-Pathos wird bisweilen beigemischt. Die Musik ist heavy, die Gitarrenläufe metallisch fließend. Skeptisch werde ich stets, wenn der zweite Song schon eine Ballade ist; hier ist es allerdings nur eine halbe, fast moderne Licks gesellen sich zum kristallinklaren Softmetal. Glücklicherweise kann man TAROT nicht wirklich unter den Ideengebern ausmachen, auch STRATOVARIUS kaum, dazu sind ORATORIO zu wenig Flitzefinger, auch die Vocals sind nicht hell genug.

Zudem finden auch Thrashelemente ihren Weg in den Sound von ORATORIO. „Raw“ enthält geshoutete Gesangslinien, am Anfang fast Growls, die den transparenten Gesang der Hauptlinie auflockern. „Inner Weakness“ wildert ebenso in verschiedenen Metal-Sektoren. Irgendwie lassen sie sich nicht festlegen, HIM und eine Spur Gothic ist auch drin, ganz klar, die Chorus-Passage ist einem Hit des finnischen Einschmeichlers aufs geschickteste entnommen. „Cleansed“ ist ein Instrumental ruhiger akustischer Natur, nett gemacht. Solche Klänge wurden früher von KREATOR, METALLICA oder DEATH ANGEL gern als verführerisches Intro vor dem großen Geballer benutzt. Hier nicht. „Secrets“ bietet Midtempo, kontrollierte Härte. Power Metal ist das definitiv nicht, dafür sind sie zu differenziert, zu vielseitig, stützen sich auf andere Akkordfolgen. Schlecht sind die nicht. „Passing By“ ist was für die Kajal-Fraktion, „Whispers In The Night“ beruft sich auf Metal der Achtziger, allerdings nicht auf True Metal, sondern hier werden rockige MEGADETH-Licks zu neuem Stoff zusammengepuzzled. Das Solo gefällt sehr. Irgendwie ist der Sound auch immer modern genug.

Mit „Brothers“ müssen ORATORIO METALLICA meinen, seltsamerweise passt der einsame, traurige Gesang gut zum Riff. „Come Into My Heart“ ist eine wirklich gute Ballade, der Gesang ist klasse, auch die fast alternative Auflösung, nett, was hier zusammengemischt wird; das hätte ich nie erwartet. Das Ende, die Lagerfeuerromantik lässt auch den stählernsten Recken kampfunlustig werden. „Faceless“ ist ein Ausflug in die Moderne; die Wurzeln immer im Blick, die können auch klassisch sein. „Wicked“ beginnt wie ein CHILDREN OF BODOM-Song, mit klarem Gesang natürlich. Alles bleibt im Fluss, das Break schlängelt sich sanft durch grüne Uferwiesen, trotz aller Gitarren ist das hier im Prinzip ein ruhiges, trauriges und, das ist eine Überraschung, ein wirklich gutes Album. Wer die mittleren MOONSPELL, HIM, TO DIE FOR, FALL OF THE LEAF, THRONE OF CHAOS oder die Finnvox-Girlie-Death-Bands gerne hört, der sollte mal ein Ohr riskieren. Aber auch Alternatives sind angesprochen, wenn sie Ausflüge ins traditionelle Metallager schätzen, solche, wie sie u.a. von BULLET FOR MY VALENTINE unternommen werden.

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29.06.2007

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